CSU fordert Nägel mit Köpfen

CSU-Ortsvorsitzender Stefan Buck (Bild) mahnte die Entwicklung der städtischen Finanzstruktur an. Archivfoto: Siegfried P. Rupprecht
 
Viel Kritik übte CSU-Fraktionschef Max Poppe (Bild) bei der jüngsten Mitgliederversammlung des CSU-Ortsverbands. Archivfoto: Siegfried P. Rupprecht

Bei ihrer Mitgliederversammlung kritisierte der CSU-Ortsverband Gersthofen die Entwicklung der Haushaltssituation, aber auch die fehlende Meinungsführerschaft im Rathaus sowie die Mutlosigkeit in großen Teilen des Stadtrats. Bemängelt wurde zudem, dass innerhalb des Verwaltungsgebäudes Fachbereiche nicht miteinander arbeiten

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Ortsvorsitzender und zweiter Bürgermeister Stefan Buck sprach erfreut von konstanten Mitgliederzahlen und einem umfangreichen Programm im abgelaufenen Jahr. Positiv wertete er vor allem die 70-Jahr-Feier des Ortsverbands, die mit dem bayerischen Finanzminister Markus Söder einen prominenten Gast und zugleich Festredner aufwies.
Während die Wahl der Delegierten für die Kreisvertreterversammlung zur Bundestagswahl und die Berichterstattung der Arbeitsgemeinschaften ohne große Höhepunkte vor sich ging, ließen vor allem die Einblicke ins politische Tagesgeschäft aufhorchen. So setzte sich Buck scharf mit der Entwicklung der städtischen Haushaltssituation auseinander. „Wir entwickeln eine Finanzstruktur, die solide Planungen für konjunkturschwache Zeiten aufs Extremste belasten“, betonte er. Gersthofen müsse auch künftig wirtschaftlich mit Verantwortung und Sachverstand geführt werden.
Mit Kritik sparte auch CSU-Fraktionsvorsitzender Max Poppe nicht. Er nahm unter anderem die Zusammenarbeit mit Bürgermeister Michael Wörle und der Stadtverwaltung sowie den anderen Fraktionen aufs Korn. Dabei bemängelte er die fehlende Innovationskraft im Rathaus und das oft verzagte Agieren des Stadtrats. Poppe forderte von den Mandatsträgern, klar Farbe zu bekennen und das auch bei nicht einfachen Themen, sie es bei der Entwicklung des geplanten Einkaufszentrums „Forum“ oder der Standortfrage bei Hallen- und Freibad.

Keinen Kompromiss eingehen

Unmissverständlich machte der Fraktionsvorsitzende deutlich, dass die CSU an einer zukunftsfähigen Gesamtlösung für das Stadtzentrum interessiert sei. Darauf wolle man gemeinsam mit dem Investor hinarbeiten. Klar bekundete er dabei, dass die Strasser-Villa für die CSU in der Abwägung nicht den nötigen historischen Wert besitze, „um einen gezwungenen städteplanerischen Kompromiss für die nächsten Jahrzehnte einzugehen“.
Ein großes Anliegen ist der CSU die Gestaltung des öffentlichen Raums. Hier müsse endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden, forderte Poppe. Die CSU habe sich bereits vor Jahren für ein modernes Shared-Space-Konzept in der Bahnhofstraße ausgesprochen, erinnerte er. Obwohl Fachplaner diesen Ansatz empfohlen hatten, sei dieser von mehreren Fraktionen bis dato in Frage gestellt worden. Heute könne man die Vorteile eines solchen Verkehrskonzepts bereits in Landsberg oder Friedberg begutachten.

Gegeneinander statt miteinander

Auch die Arbeitsweise bei den Planungen zum Bahnhof läge nach Meinung von Poppe teilweise im Argen. „Es ist beschämend, dass innerhalb des Rathauses Fachbereiche gegeneinander statt miteinander agieren, verdeutlichte er. Als Beispiel dafür nannte er jüngst die Entscheidung über die Bushaltestellen am Bahnhof. „Hier blieben die Wünsche der eigenen Gersthofer Verkehrsgesellschaft vielfach unberücksichtigt“, ärgerte er sich.
Klare Haltung praktizierte die CSU beim Bäderthema. „Wir halten die Sportallee nach wie vor für den geeignetsten Bäderstandort“, so Poppe. Ärgerlich sei, meinte er mit Blick auf die SPD, dass ein Szenario auf der grünen Wiese immer noch künstlich am Leben gehalten werde. Dabei hätten Prüfungen längst attestiert, dass dies wirtschaftlich nicht sinnvoll ist.

Deffner vermisst visionäre Ansätze

Schützenhilfe erhielt Poppe beim Standort Sportallee von Altbürgermeister Siegfried Deffner. Auch er pflichtete in seinem Wortbeitrag dieser Variante bei.
Zudem forderte er die CSU-Stadträte auf, sich bei der Stadtentwicklung intensiv einzumischen und die Meinung nach außen zu tragen. Bei diesem Thema vermisse er visionäre Ansätze, so Deffner. In diesem Bereich würden Bürgermeister Michael Wörle und Stadtbaumeister Thomas Berger äußerst blass wirken. (spr/pm)
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