Die "diktierte Willkommenskultur"

Gersthofen: Stadt Gersthofen |

"Wir müssen der Öffentlichkeit zeigen, dass die AFD hier nicht willkommen ist."


Mit diesen Worten rief der Vize-Fraktionschef der Grünen im Kreistag, Hannes Grönninger, zu einer Protestaktion gegen den anstehenden Auftritt von Prof. Dr. Jörg Meuthen, Parteivorsitzender der AfD in der Neusässer Stadthalle auf.

Gefolgt sind seinem Aufruf rund 150 Bürgerinnen und Bürger, darunter zahlreiche Kinder und Jugendliche. Musikalisch begleitet wurde der friedlich verlaufende Protest durch eine zufällig hinzu gekommene Band, welche sich eigentlich nach einer Probe auf dem Heimweg befand.
Eine kurzfristige Störung der Veranstaltung durch einige Antifa-Aktivisten konnte die Polizei schnell unter Kontrolle bringen.

Diese Aufforderung mag für Herrn Grönninger und seine Parteifreunde zwar durchaus zutreffen, sehr viele Bürger im Landkreis stehen solchen ideologisch geprägten politischen Aussagen jedoch sehr kritisch gegenüber. Sie fordern die freihe Meinungsfreiheit und wenden sich gegen eine vorgeschriebene Willkommenskultur.

So auch die ca. 300 angemeldeten Besucher des Vortragsabends. Leider war es den räumlichen Gegebenheiten geschuldet, dass nicht alle angemeldeten Besucher Einlass finden konnten. Nur einige Passanten, durch die Aktion vor der Stadthalle aufmerksam geworden, konnten sich noch Einlass verschaffen.

Die mit am meisten gestellte Frage des Abends unter den Besuchern war jedoch: " Wofür, beziehungsweise wogegen protestieren die eigentlich?"

Dies war auch durch die Veranstalter, die Vorsitzenden des Kreisverbands-Augsburg Land, nicht so einfach zu beantworten.
Denn die Plakate zeigten Aufschriften wie: " Politisch verfolgte genießen Asylrecht", " Grundsicherung statt Armut", " Die Würde des Menschen ist unantastbar".

Forderungen welche die AfD voll und ganz unterstützt.

Damit zeigte sich aber leider wiedereinmal, dass man sich nicht mit den Inhalten des AfD Grundsatzprogramms auseinanderzusetzen versucht, sondern sich einer völlig ideologisierten Politik anschließt.

Selbst in Augsburg musste OB Griebl, letztendlich erst durch richterlichen Beschluss, hin einsehen dass diese Art einer "Willkommenskultur", die ausschließlich parteiinternen Interessen dient, nicht durch geltendes Recht gedeckt wird.
Auch dieser hatte ja versucht den Neujahrsempfang von Fr. Dr. Frauke Petry im Augsburger Rathaus zu verhindern. Auch hier wollte die Friedensstadt Augsburg kein Mitglied der AfD willkommen heißen.

Diese "diktierte Willkommenskultur" gipfelt jedoch im immer öfter ausgeübten Druck auf immer mehr Gastwirte im Landkreis.

Diese werden darauf hingewiesen, dass Sie mit Besucherverlusten oder Rückgängen von Veranstaltungsbuchungen zu rechnen haben, sollten sie der AfD weiterhin Räumlichkeiten für deren Veranstaltungen zur Verfügung stellen.
Manch ein Wirt oder Pächter sah sich, wenn er sich diesen Forderungen widersetzte,
Beschädigungen und Vandalismus ausgesetzt.

Ist das eine rechtskonforme politische Auseinandersetzung mit dem Gegner? Ist das das Verständnis von Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit wie es die etablierten Parteien und Gewerkschaften sehen?

Es bleibt zu hoffen, dass die Amtsträger und die Verantwortlichen dafür Sorge tragen, dass sich solche Vorgänge in der Region und im Landkreis Augsburg nicht mehr wiederholen werden.
Denn dass Wissen um solche und das Nichteinschreiten dagegen bedeutet deren
Akzeptierung. Wieweit hierdurch sogar eine Unterstützung abzuleiten ist, dies mag jeder für sich beantworten.

Wie Jörg Meuthen an diesem Abend in der Neusässer Stadthallte sagte: " Deutschland braucht einen Kurswechsel."

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2 Kommentare
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Heinz Müller aus Gersthofen | 17.07.2016 | 22:36  
11
Carsten Weber aus Thierhaupten | 17.07.2016 | 23:35  
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