Die Not mit dem Geschäft

Der Gersthofer Seniorenbeirat unter der Leitung von Dr. Manfred Link (Bild) macht sich für eine Toilettenanlage am neuen Bahnhofsareal stark. Foto: Siegfried P. Rupprecht

Überrascht zeigte sich der Seniorenbeirat der Stadt Gersthofen darüber, dass mit der Planung des neuen Bahnhofsareals das Thema Toilettenanlage bei den Stadträten kontrovers diskutiert wird (wir berichteten). Es sei unbegreiflich, bei der Neuplanung die Sanitäranlage überhaupt in Frage zu stellen, meint Vorsitzender Dr. Manfred Link in einem Schreiben über Bürgermeister Michael Wörle an den Stadtrat. Darin teilt er auch mit, dass sich der Seniorenbeirat mit deutlicher Mehrheit für die Toiletten ausgesprochen habe.

Link verweist dabei auf den Planungsvorentwurf vom Juni 2015. Dort sei die Einrichtung eines Toilettenhauses bereits enthalten, macht er aufmerksam.
Der Vorsitzende des Seniorenbeirats bezeichnet eine WC-Anlage aus seiner Sicht als „Standardausstattung“ für einen Bahnhof. „Wir gehen doch davon aus, dass die Gersthofer Bevölkerung nach Fertigstellung des neuen Bahnhofs das Zugangebot noch wesentlich häufiger nutzen wird als bisher“, verdeutlicht er.

„Unverzichtbar“

Gerade die periphere Lage des Bahnhofs, Wartezeiten wegen Zugversprägungen oder gelegentliche Sperrungen der Zugtoilette würden Bahnhofstoiletten für Fahrgäste mit und ohne Behinderungen unverzichtbar machen, so Link weiter. Zusätzlich weist der Seniorenbeirat darauf hin, dass Senioren aufgrund von altersbedingten und gesundheitlichen Einschränkungen ganz besonders auf das Vorhandensein von Bahnhofstoiletten angewiesen seien.
Der „Arbeitskreis Bahnhof“ war nämlich unschlüssig, ob Sanitäranlagen geschaffen werden sollen oder ob die geschätzten 180.000 Euro Herstellungskosten eingespart werden könnten. So entwickelte sich die WC-Anlage im Planungsausschuss zum Streitpunkt. W.I.R. und CSU wollten darüber abstimmen, unterlagen aber mit einer Stimme. Pro Gersthofen wollte erst die gesamten Unterlagen einsehen und eventuell andere Betreibermodelle, die keine Nachfolgekosten verursachen, eruieren, um fundiert entscheiden zu können.

Vertretbare Kosten

Die Nachfolgekosten will Link nicht gelten lassen. „Für den Unterhalt von Bahnhofstoiletten gibt es schon diverse Modelle, die auch von den Kosten her vertretbar sind“, betont er. „Wir sind überzeugt, dass es im Falle der Nichtberücksichtigung eines Toilettenhauses später häufige Klagen von Zugbenutzern geben wird.“
Ähnlich sieht es auch dritter Bürgermeister Reinhold Dempf (Freie Wähler): „Ein Bahnhof ohne Toilette? Das ist nicht vorstellbar, ein Unding.“ (spr)
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