Drohbrief erhalten: Investor Pletschacher wird für seine Planung zum "Gersthofer Loch" bedroht

Walter Rubach (rechts) ist Fachanwalt für Strafrecht und vertritt Investor Peter Pletschacher (links). Er erhielt erstmalig einen Drohbrief, vermutlich weil für sein Bauvorhaben "Neue Mitte Gersthofen" die viel diskutierte Strasser-Villa einem Neubau weichen muss und viele Bürger damit nicht einverstanden sind. Foto: Ulrike Hauke


Der Dasinger Investor Peter Pletschacher hat einen Drohbrief erhalten, welcher die politische Diskussion um sein Bauvorhaben "Neue Mitte Gersthofen" auf dem Areal des sogenannten "Gersthofer Lochs" negativ befeuern könnte. Dahingehend äußerte sich besorgt Gersthofens Bürgermeister Michael Wörle im Laufe eines Pressegesprächs mit der StadtZeitung und Investor Pletschacher. Dieser wurde vom Augsburger Fachanwalt für Strafrecht, Walter Rubach begleitet, der Pletschacher in der Angelegenheit vertritt.

"Ich riet meinem Mandanten, Anzeige zu erstatten, denn dieser Brief beinhaltet aufgrund der Wortwahl erhebliches Drohpotenzial, das Verfahren liegt nun bei der Staatsanwaltschaft in Augsburg", so der Anwalt. Anhand einiger Zitate, die Rubach aus dem Brief vorlas, darf man getrost dieses Schriftstück als übles Pamphlet mit völlig überzogener und unangemessener Wortwahl bezeichnen - deutliche Drohungen inklusive.

"Mir fehlen dazu die Worte, es geht bei der ganzen zurückliegenden Diskussion nur um ein gut gemeintes Projekt für Gersthofen, daher ist so ein Ausmaß an Feindseligkeit für mich nicht mehr nachvollziehbar", sagte Pletschacher und betonte, die Sache betreffe ja auch seine Familie.

Für Gersthofens Bürgermeister Wörle sind Aktionen wie Drohbriefe inakzeptabel: "Wir müssen für einen konstruktiven Austausch zwischen der Stadt, dem Investor und seinem Architekten und den Bürgern sorgen."

Die an die Öffentlichkeit lancierte Aussage, es handle sich beim Briefeschreiber um einen politisch Erfahrenen und zugehörig zur älteren Generation, haben laut Wörle nicht nur ältere Stadträte irritiert. Rubach bezog sich mit dieser Aussage nicht nur auf die Schärfe des Tonfalls im Brief: "Natürlich ist das Spekulation, doch Begriffe im Brief speisen sich aus den 70ern, einer Zeit von RAF und deren Sympathisanten." Rubach habe das Gefühl, auch die Polizei und Fachleute teilten seine Meinung. Wörle erwiderte: "Nicht jeder Sympathisant aus den 70ern sitzt oder saß im Gersthofer Stadtrat und benützt solche Worte." Unstrittig für ihn sei aber, das Schreiben ernst zu nehmen, doch er ziehe es vor, die Ermittlungen der Polizei zu überlassen.

Pletschacher betonte, trotz des Drohbriefes werde er nicht klein bei geben, auch wenn er, "extrem schockiert war und ich mich ernsthaft bedroht fühle." Laut Anwalt Rubach liegen derzeit noch keine Erkenntnisse über den Verfasser des Drohbriefes vor, doch die Spurensicherung bediene sich auch hier moderner Verfahren, wie der Suche nach DNA-Spuren. (Ulrike Hauke )
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