Ein neues Gesicht für die Gersthofer Innenstadt?

Wird das "Gersthofer Loch" mit oder ohne die Strasser-Villa stattfinden? Foto: Archiv Rupprecht

Siegfried Deffner, Initiator der Gersthofer Bürgerinitiative „Werte erhalten, Neues gestalten“ lässt nicht locker: Er will die alte Strasser-Villa in Gersthofens Mitte unbedingt erhalten. Insgesamt geht es um die Bebauung eines mehr als 8000 Quadratmeter großen Areals entlang der Bahnhofstraße, Ecke Donauwörther Straße

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An dieser Ecke steht das umstrittene Haus, das 1922 errichtet und vor zwanzig Jahren saniert wurde. Aufgrund diverser Proteste aus dem Gersthofer Stadtrat und eines erfolgreich verlaufenen Bürgerbegehrens für den Erhalt des Gebäudes vor rund fünf Jahren, stellte kürzlich Investor Peter Pletschacher und sein Architekt zum zweiten Mal sein überarbeitetes Bauprojekt vor – erneut ohne die Strasser-Villa.
Pletschacher erklärt dazu: „Wir planen entweder mit der vorgestellten Variante C oder gar nicht.“ Man sei erneut wie schon 2010 beim Gersthofer Stadtrat angetreten, diese Variante C sei nun positiv beschieden worden, einen Plan B habe er nicht. Sein Argument bezüglich des Erhalts der Villa lautet: „Was bringt es, Werte zu erhalten, wenn ich nichts Neues schaffe, mir geht es um die optimale Stadtentwicklung von Gersthofen.“
Pletschacher lud dazu die Allgemeinheit zu einem offiziellen Abend in das Gasthaus Strasser ein: „Die Leute kennen unser Bauprojekt eigentlich gar nicht, sie sollen sich ihr eigenes Bild darüber machen.“ Er hoffe nach wie vor, dass sich die bislang schweigende Mehrheit nun positiv zu seinem Vorhaben und zum Streit um das alte Gebäude äußert.
Deffner hingegen ist zuversichtlich, die erforderlichen Unterschriften für ein erneutes Bürgerbegehren für den Erhalt der Villa in Kürze beisammen zu haben. „Acht Prozent der stimmberechtigten Bürger müssen unterschreiben, das sind 1300 Unterschriften, die haben wir fast schon erreicht.“ Er sagt auch: „Ich kann nicht verstehen, warum der Investor fünf Jahre später keinen Plan vorlegen konnte, der die Villa mit einbezieht.“
In einer Presseerklärung äußert sich der ehemalige Bürgermeister außerdem zum jüngsten Beschluss des Stadtrats: „2011 kam es nur deshalb zu keinem Bürgerentscheid, weil der Stadtrat mehrheitlich beschlossen hat, die Strasser-Villa nicht zu veräußern und sicherte so deren Bestand.“ Leider betrage die Bindung an solch’ einen Beschluss nur ein Jahr. Nun sei man in der Bürgerinitiative enttäuscht, dass 2016 der Stadtrat – wieder mehrheitlich – der Veräußerung der Strasser-Villa zugestimmt habe. Deffner vermutet hinter der Auseinandersetzung um die Villa und die Bebauung des sogenannten „Gersthofer Lochs“, dass es eher um die Frage gehe, wer in Gersthofen bestimmt. Nach Deffners Meinung „müssen das die Wähler sein“. Freilich ist er nicht der einzige Politiker, der für sich beansprucht, für die Wähler zu sprechen. Auch für Gersthofens Bürgermeister Michael Wörle steht in der Sache die Entscheidung der Bürger an oberster Stelle, wie er durch Pressesprecherin Ann-Christin Löflath verlauten ließ. Man kämpfe hier um eine hohe Bürgerbeteiligung, je nachdem, wie das Ergebnis dann laute, werde man weitersehen.

Von Ulrike Hauke
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