Entscheidung zu Fundtieren

Die Stadt Gersthofen schließt mit dem Tierschutzverein Augsburg einen Vertrag, der die Thematik „Fundtier“ regelt. Foto: IVH

HILFE / Stadt schließt mit dem Tierschutzverein Augsburg einen neuen Vertrag. Er beinhaltet die Einzelfallabrechnung der Kosten jedes Tieres zu den bisherigen Konditionen.

Der Sozial- und Ordnungsausschuss der Stadt Gersthofen hat sich für einen erneuten Vertragsabschluss auf zwei Jahre mit dem Tierschutzverein Augsburg entschlossen. Das Papier regelt die Vorgehensweise und die Kosten bei Fundtieren, die auf Gersthofer Flur gefunden werden und in Verwahrung genommen werden müssen. Dabei entschieden sich die Gremiumsmitglieder für die Einzelfallabrechnung. Hier erwartet die Gersthofer Seite für sich geringere Kosten.
Früher war die Regelung anders. Von 2011 bis Ende 2014 waren die Kosten für die Fundtiere an die Einwohnerzahl der Stadt gebunden. Je Einwohner wurde ein Pauschalbetrag von 25 Cent pro Jahr verrechnet. In diesem Gesamtbetrag waren alle Kosten enthalten.
Ab Januar 2015 wurde ein neuer Vertrag mit einer Einzelfallabrechnung der Kosten pro Tier geschlossen. Dieser Vertrag läuft nun Ende des Jahres aus. Derzeit werden die täglichen Kosten des im Tierheim aufgenommen Tieres für maximal 28 Tage angesetzt. Dabei wird für einen Hund 21 Euro, für eine Katze zwölf Euro und für ein Kleintier sechs Euro täglich berechnet. Des Weiteren enthält die jeweilige Abrechnung die im Einzelfall anfallenden Kosten zu tierärztlichen Behandlungen wie Impfungen und Notoperationen.
Pro Jahr rund 5200 Euro Kosten
In den letzten vier Jahren fielen in Gersthofen pro Jahr im Durschnitt 31 verrechnungsfähige Fundtiere an. Die durchschnittlichen Kosten beliefen sich jährlich auf rund 5200 Euro.
Bei aktuellen Gesprächen mit dem Tierschutzverein Augsburg wurde der Stadt mitgeteilt, dass ein Vertragsabschluss zu den Bedingungen aus dem Jahr 2014 von Seiten des Vereins nicht möglich wäre, da die Fixkosten des Vereins diese bei weitem übersteigen. Der Tierschutzverein bot eine Pauschalabrechnung zu 50 Cent je Einwohner jährlich an, inklusive einer weiteren Staffelung von je zehn Cent Euro pro Einwohner und Jahr.
Diese Staffelung wäre bis zu einem Euro je Einwohner im Jahr 2021 begrenzt. In Gersthofen lebten Ende 2014 insgesamt 21685 Bürger. Der Pauschalbetrag würde demnach bei Vertragsabschluss 10842,50 Euro betragen. Als zweite Alternative bot der Verein weiterhin die Einzelfallabrechnung zu den bisherigen Konditionen an.
Vergleiche eingeholt
Zum Vergleich erfolgte durch die Stadt eine weitere Anfrage beim Tierheim Lechleite. Dort würde ein Pauschalvertrag zu einem Preis von 50 Cent je Einwohner jährlich anfallen. Die Betragshöhe entspricht damit dem gleichen wie bei einem Vertragsabschluss mit dem Tierschutzverein Augsburg ohne Staffelung.
Zudem offeriert das Tierheim an der Lechleite auch die Einzelfallabrechnung unter Berechnung folgender täglicher Kosten an: Hunde 18 Euro, Katzen 13 Euro, Frettchen 8,50 Euro, Hasen und Meerschweinchen vier Euro sowie Vögel und weitere Kleintiere 3,50 Euro.
Eine zusätzliche Anfrage bei der Tierärztlichen Klinik in Gessertshausen blieb dagegen erfolglos. Die Einrichtung schließt derzeit keine Verträge mehr mit Städten und Gemeinden ab, da die dortige Kapazität erschöpft ist.
Einstimmiges Votum
Die Stadtverwaltung verwies in diesem Rahmen auch auf die bisherige reibungslose Zusammenarbeit mit dem Augsburger Tierschutzverein. So wurde der Veraltungsvorschlag - Vertragsabschluss von 2016 bis Ende 2017 mit dem Tierschutzverein Augsburg unter Inanspruchnahme der Einzelfallabrechnung zu den bisherigen Konditionen – ohne Diskussion einstimmig angenommen. (spr)
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