Forderung nach Normalität

W.I.R.-Fraktionschef Georg Brem (Bild) will Brücken bauen. Er fordert den Stadtrat auf, die „Causa Jürgen Schantin“ aufzuarbeiten und danach wieder im Interesse der Stadt Gersthofen zusammenzuarbeiten. Foto: privat

Die zum Teil heftig geführte Diskussion und die Vorwürfe um den früheren Gersthofer Bürgermeister und jetzigen W.I.R.-Stadtrat Jürgen Schantin hat im kommunalpolitischen Bereich der Stadt Schaden angerichtet. Das Miteinander im Gremium habe schwer gelitten, heißt es von verschiedenen Seiten. Dennoch sind der Ruf nach Gemeinschaft und die Rückkehr zur Normalität stark.

„Wir haben in der letzten Sitzung des Stadtrats ganz klar zum Ausdruck gebracht, dass wir es nicht zulassen werden, dass das Gremium wieder zum Gespött der Gersthofer Bürger und darüber hinaus wird“, betonte W.I.R.-Fraktionschef Georg Brem gegenüber unserer Zeitung. „Dabei bleiben wir.“
Rückblick: In der öffentlichen Finanzausschusssitzung im Mai wurde Jürgen Schantin vor allem von Albert Kaps (Pro Gersthofen), Peter Schönfelder (SPD) und Bürgermeister Michael Wörle (parteilos) vorgehalten, in seiner Amtszeit als Rathauschef gegen Satzungen verstoßen zu haben. Schantin wurde beschuldigt, ein Unternehmen in Gersthofen bevorzugt zu haben, indem er der Firma Straßenausbaubeiträge von rund 250.000 Euro zinslos gestundet und entgegen der Auffassung der Verwaltung verhindert habe, entsprechende Bescheide an den Grundstückseigentümer zu verschicken.
Die Sachlage wurde zwischenzeitlich von der Sachbearbeiterin des Beitragswesens der Stadt, Julia Stache, dem Juristen der Kommune, Anwalt Cornelius Thoma, und von der Kommunalaufsicht des Landratsamts Augsburg überprüft. Das Ergebnis fiel unisono aus: Jürgen Schantin habe als damaliger Bürgermeister im Rahmen seiner Ermessenslage weder seine Befugnisse überschritten, noch das besagte Unternehmen rechtswidrig begünstigt. „Der Stadt Gersthofen konnte deshalb auch kein konkreter Vermögensschaden entstehen“, resümierte W.I.R.-Fraktionssprecher Georg Brem.

Unverständnis über Anträge

Sein großes Unverständnis äußerte Brem darüber, dass trotz dieses Überprüfungsresultats die Gruppierung Pro Gersthofen in der letzten Stadtratssitzung dazu nochmals vier Anträge gestellt hatte. Man könne sich bei den Anträgen von Albert Kaps schon fragen, „ob er geistig etwas verwirrt ist“, so Brem. Er wolle etwas, was sauber aufgeklärt ist, der Staatsanwaltschaft anzeigen. Und weiter: „Wir stellen uns schon die Frage, ob wir es uns als Stadtrat gefallen lassen sollen, dass das Gremium wieder zum Kasperltheater wird. Wir sagen dazu Nein!“

„Furchtbare“ Außenwirkung

Der Wähler habe in der Kommunalwahl 2014 ganz klar gesagt, was er nicht will: nämlich laufende Streitereien und Stillstand. Die Außenwirkung dieses Possenspiels sei für die Stadt furchtbar, urteilte Brem. „Albert Kaps und Peter Schönfelder würden dem Stadtrat und den Bürgern von Gersthofen einen großen Dienst erweisen, wenn sie ihren Hut nehmen und den Stadtrat verlassen würden.“ Zu Bürgermeister Michael Wörle meinte er: „Ihr Lack ist ab.“
Der W.I.R.-Fraktionsvorsitzende reichte dennoch die Hand: „Wir schlagen vor, sich an einen Tisch zu setzen, die Angelegenheit zu klären und danach wieder im Interesse unserer Stadt zusammenzuarbeiten.“ Von diesem Angebot nahm Georg Brem die Stadträte Albert Kaps und Peter Schönfelder allerdings ausdrücklich aus.

Von Siegfried P. Rupprecht
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