Für mehr Chancengleichheit an der Pestalozzi-Grundschule

An der Gersthofer Pestalozzi-Grundschule (Bild) wird die Jugendsozialarbeit auf eine halbe Vollzeitstelle angehoben. Foto: Siegfried P. Rupprecht

Die Stunden der Jugendsozialarbeit an der Pestalozzischule werden um 6,5 Wochenstunden auf eine halbe Vollzeitstelle angehoben. Darauf verständigten sich die Stadträte. Die Entscheidung fiel einstimmig.

An der Pestalozzi-Grundschule wird bislang 13 Stunden Jugendsozialarbeit angeboten. Anders bei der Goethe- und Mozart-Grundschule. Dort konnte im Jahr 2010 eine staatlich geförderte Umstellung auf eine Halbtagesstelle Jugendsozialarbeit an Schulen erreicht werden. Der Grund für die unterschiedliche Stundenzahl lag am damaligen Antragsverfahren. Als Kriterium für eine mögliche Förderung wurde unter anderem auch ein Migrationsanteil von mindestens 20 Prozent gefordert.

Für die Pestalozzi-Grundschule wurde damals vom Landkreis kein Förderantrag gestellt, da nach deren vorliegenden Zahlen der dortige Migrationsanteil nur bei acht Prozent lag, an der Goethe-Grundschule bei 28,7 Prozent und an der Mozart-Grundschule bei 41,9 Prozent.

Tatsächlich lag der Migrationsanteil an der Pestalozzi-Grundschule allerdings bei 31 Prozent. Dieser Fehler hatte sich durch eine falsche Übermittlung von Zahlen durch die Schule beziehungsweise des Schulamts eingeschlichen. Da in Gersthofen bereits zwei Grundschulen von insgesamt vier Landkreis-Grundschulen in die Förderung aufgenommen wurden, wäre außerdem eine Förderung der dritten Schulen fraglich gewesen.

Bei einer neuerlichen Anfrage an die Regierung von Schwaben wurde nun mitgeteilt, dass eine staatliche Förderung für Jugendsozialarbeit nur erfolgt, wenn die bisherigen Wochenstunden um eine zusätzliche halbe Vollzeitstelle auf 19,5 Stunden erhöht werden. Nach dem aktuellen Stand der Schülerzahlen werden 13 Stunden bezuschusst. Bei einer Anhebung der Wochenstunden erfolgt keine weitere Bezuschussung, jedoch wäre eine Anhebung auch nicht förderschädlich.

Eine Anhebung um 6,5 Stunden auf eine halbe Vollzeitstelle bedeutet somit für die Stadt einen zusätzlichen jährlichen Betrag in Höhe von rund 8500 Euro. Die Stadträte in dem dafür zuständigen Gremium stimmten nun der Erhöhung der Stunden der Jugendsozialarbeit zu. Der Vertrag mit der St. Gregor-Kinder-, Jugend- und Familienhilfe wird dementsprechend angepasst.

Ansprechpartner vor Ort

Aufgabe der Jugendsozialarbeit an Schulen ist es, Chancengleichheit für Alle zu schaffen und allen Schülern die Teilhabe am Bildungs- und Erziehungsangebot der Schule zu ermöglichen, vor allem sozial Benachteiligten.

Der Jugendsozialarbeiter bietet als Ansprechpartner vor Ort Kindern, Eltern und Lehrkräften ein schnelles, niederschwelliges und unbürokratisches Hilfsangebot. Bei Bedarf vermittelt er weiterführende Hilfen. Anlass zum Handeln geben unter anderem aggressives Verhalten und latente Bereitschaft zur Kriminalität, schulische Defizite, Schul- und Leistungsverweigerung, geringes Selbstwertgefühl, niedere Frustrationstoleranz und Suchtprobleme. (spr)
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