"Geld wäre gut angelegt"

Julia Romankiwicz-Döll (Bild) befürwortet bei der geplanten Skateanlage die größere Version. Foto: privat
 
Reinhold Dempf (Bild) von den Freien Wählern gibt ebenfalls grünes Licht. Seine Fraktion steht auch hinter dem Projekt. Foto: privat

Die größere und teurere Skateanlage in Gersthofen oder die kleinere und damit günstigere Variante? Die teurere und für 497.000 Euro veranschlagte Einrichtung würde dabei alle Altersstufen und Fähigkeitsklassen ansprechen. Bei der kleineren Anlage wäre dagegen eine Reihe von potenziellen Nutzern ausgegrenzt. Die StadtZeitung hat dazu einige Stimmen eingeholt.

Stadträtin Julia Romankiewicz-Döll (Pro Gersthofen), die auch dem „Arbeitskreis Jugend“ angehört, ist eine Befürworter der großen Skateanlage. „Die Stadt Gersthofen ist in punkto Freizeitangebote mit seinen Jugendlichen in der Vergangenheit ein wenig ,stiefmütterlich‘ umgegangen“, meint sie. „Mit der Skateanlage können wir etwas schaffen, das jede Altersklasse erreicht. Wir kreieren einen Treffpunkt, der Generationen und Kulturen verbindet.“ Die Frage nach der Lebensdauer und der Folgekosten erleichtere die Entscheidung zusätzlich. Die Lebensdauer betrage mehrere Jahrzehnte und die Folgekosten seien minimal. „Auf jeden Fall sollte es keine in seiner Funktion eingeschränkte Lösung sein, nur um Kosten zu sparen“, resümiert sie.

Signal nach außen

Barbara Lamprecht sitzt für die Freien Wähler im Gersthofer Stadtrat. Das große Konzept entspreche von Größe und Anforderungsprofil unserem Einzugsbereich, betont sie. „Besonders begeistert mich, dass hier alle Nutzergruppen gut aufgehoben sind. Wenn man bedenkt, dass ein Spielplatz allein rund 125.000 Euro kostet, und die Geräte nach 15 Jahren ausgetauscht werden müssen, relativieren sich die Kosten für die Skateanlage, die viele Jahrzehnte und fast ohne Wartung hält, deutlich.“
Ein weiterer Grund für die Befürwortung der großen Variante heißt für sie Suchtprävention. „Es ist bestens erforscht, dass Kinder und Jugendliche, die sich bewegen, Ehrgeiz entwickeln und Erfolgserlebnisse haben, viel weniger anfällig sind für problematischen Drogen- und Alkoholkonsum.“ Eine „tolle Skateanlage“ sieht Barbara Lamprecht weiter als Standortfaktor und Signal nach außen, dass Jugendliche in Gersthofen geschätzt und gehört werden.

Signifikanter Erfolg

Stadtjugendpfleger Markus Wolf favorisiert ebenfalls die größere Variante. Sie sei aus Sicht der Jugendarbeit mittel- und langfristig sinnvoller. „So oder so stellt ein Neubau – in welcher Form auch immer – eine grundlegende Verbesserung der mangelhaften derzeitigen Anlage dar und wäre für alle Beteiligten ein signifikanter Erfolg“, so sein Fazit.
Wie Barbara Lamprecht verweist auch SPD-Stadtrat Klaus Greiner auf den Standort: „Sowohl die Lage - bei unserem Schulzentrum und den angedachten neuen Jugendzentrum - als auch die Konzeption - durch den Planer überzeugend ausgeführt - sind optimal.“ Eine Errichtung in zwei Bauabschnitten lehnt Greiner übrigens ab. „Fehlt am Anfang die nötige Attraktivität, dann wird die Anlage nicht ausreichend angenommen und durch den Ausbau entstehen bautechnische Nachteile für die Sportler", betont der Sozialdemokrat vehement.
Axel Schimanski nimmt als Vertreter der „Naturfreunde“ am „Arbeitskreis Jugend“ teil. „Generell befürworte ich so eine Anlage natürlich. Schön wäre es, wenn den Bikern auch eine Anlage zur Verfügung gestellt würde. Die alte Dirtanlage auf dem LEW-Gelände wurde letztes Jahr ja leider abgerissen.“
Sven Eitner vom Gersthofer Skate-Team „sk8.comm“: „Klar reden wir mit rund 500.000 Euro über sehr viel Geld. Aber wir sind überzeugt, dass es gut angelegt wäre und nur ein großer und kompletter Bau seine Bedeutung erlange, darüber gesprochen würde und die Möglichkeit für bedeutsame Events gebe.“

Wunsch aus der Bürgerschaft

Rückendeckung erhält Eitner vom dritten Bürgermeister und Stadtrat Reinhold Dempf (Freie Wähler). „Unsere Fraktion steht geschlossen hinter dem Projekt“, betont er. „CSU und W.I.R. befinden sich noch in der Beratungsphase, wofür ich vollstes Verständnis habe. Die veranschlagte Summe ist schließlich kein Pappenstiel und es muss sehr sorgfältig überlegt und argumentiert werden, da es sich um Steuergelder unserer Bürger handelt.“
Dempf verweist darauf, dass es sich bei dem Skate- und Bikepark um einen Wunsch aus der Bürgerschaft handele. „Ich denke, wir sollten ihm möglichst zeitnah nachkommen.“

Von Siegfried P. Rupprecht
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