Hochwertiges hat seinen Preis

Die geplante neue Skateanlage in Gersthofen (Bild) würde das dortige Freizeitangebot auf ein neues Level heben. Illustration: Stadtbauamt Gersthofen

Am Eichenlohweg in Gersthofen soll eine neue Skateanlage gebaut werden. Erwin Rechsteiner von Bowl Construction AG, der mit der Planung beauftragt wurde und bereits etliche derartige Einrichtungen im In- und Ausland erfolgreich realisiert hat, stellte das Konzept im Stadtrat vor. Fazit: Die Fraktionen waren sich einig darüber, dass gebaut werden solle. Einzig die prognostizierten Kosten in Höhe von 497.000 Euro bereiteten einer Reihe von Stadträten Kopf- und Bauchschmerzen.

Freie Wähler, SPD und Pro Gersthofen äußerten sich dahingehend, dass diese Summe zu verantworten sei. CSU und W.I.R. waren noch unentschlossen.
Die jetzige Skateanlage am Eichenlohweg befindet sich seit Jahren in einem zum Teil desolaten Zustand. Beschädigungen, Sicherheitsmängel und Gestaltungsfehler verhindern dort eine zufriedenstellende Nutzung. Mankos, auf die die Stadtjugendpflege immer wieder hingewiesen hatte. Auch der Jugendbeirat der Stadt Gersthofen befasst sich mit diesem Thema bereits seit drei Amtszeiten und versuchte immer wieder, Pläne für einen umfangreichen Neubau in Kooperation mit der Bauverwaltung umzusetzen.

Ein neues Level

„Nun liegen nach langen Jahren des Ringens konkrete und umfangreiche Pläne für einen Neubau auf den Tisch“, resümiert Stadtjugendpfleger Markus Wolf. In mehreren Sitzungen des „Arbeitskreises Jugend“ wurde in Zusammenarbeit mit der örtlichen Skategruppe „Sk8.comm“ und Vertretern von Vereinen ein Konzept zur Planung einer neuen Skateanlage am Eichenlohweg entwickelt. Markus Wolf nennt es ein „zukunftsfähiges Konzept, das das Freizeitangebot für Jugendliche in Gersthofen und Umgebung auf ein neues Level heben würde“.
Sven Eitner vom Team „Sk8.comm“ schwärmt bereits jetzt von der rund 1.400 Quadratmeter umfassenden reinen Parkfläche der Anlage: „Der untere Bereich wird ein Streetpark mit seitlichem Anfängerbereich, welcher wiederum auch als Anlauf für Airs in die Mitte genutzt werden kann.
Im oberen Bereich wird auch unterteilt. Ganz oben gibt es eine tiefe und damit professionellen Ansprüchen gerecht werdende Bowl. Gleich daneben sind diverse Obstacles vorhanden für Fortgeschrittene mit viel Auslauf, beispielsweise Rails und Manuals.“
Der untere Bereich sei ebenfalls unterteilt und bietet neben Streetelementen auch viele Varianten wie Ramps, Rails, Spines oder Rooftops. „Der Park ist so gestaltet, dass alle Fahrgeräte, also auch BMX und Dirtbikes, fahren können. Außerdem sind alle Könner- und Altersstufen berücksichtigt.“

In zwei Abschnitten

Im städtischen Haushalt wurden für eine Skateanlage 350.000 Euro eingestellt. Doch dieser Betrag reicht für die nun vorgelegte anspruchsvolle Einrichtung nicht aus. Die dieses Projekt knapp 150.000 Euro übersteigt, wurde von der Bauverwaltung eine Variante ausgearbeitet, die in zwei Abschnitten realisiert werden könnte. Vorschlag war, zunächst nur zwei Drittel des Platzes zu bebauen.
Doch Sven Eitner hat da seine Bedenken: „Dann würden mindestens zwei Nutzergruppen ausgeschlossen.“ Zudem bleibe unklar, ob der weitere Anbau überhaupt noch kommt.

Nachhaltig und attraktiv

Für Stadtjugendpfleger Markus Wolf haben beide Planungsvarianten ihre Berechtigung. „Die Idee der größeren Variante mit Elementen für sämtliche Alters- und Fähigkeitsklassen erscheint mir aus Sicht der Jugendarbeit mittel- und langfristig jedoch sinniger hinsichtlich Nachhaltigkeit und Attraktivität der Anlage“, meint er.
„Das rund 500.000 Euro teure Projekt sollte uns grundsätzlich Wert sein für unsere Jugend“, betont dritter Bürgermeister und Stadtrat Reinhold Dempf (Freie Wähler). Unterstützung erhält er von Klaus Greienr (SPD): „500.000 Euro Investitionskosten sind gut angelegtes Geld. Unterhaltskosten fallen bei einer Skateranlage praktisch nicht an und bei 60 Jahren Nutzung entfallen 8.300 Euro aufs Jahr.“ Greiner jedenfalls ist begeistert: „Es wird eine Einrichtung für Kinder und Jugendliche, bis zu den jung gebliebenen sportlichen Erwachsenen, die die Attraktivität unserer Stadt weiter erhöht."

Von Siegfried P. Rupprecht
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