Investor Peter Pletschacher zeigt, was in Gersthofen möglich ist

Bürgermeister Michael Wörle, Investor Peter Pletschacher und Architekt Klaus Kehrbaum (von links) sind sich einig, für die "Neue Mitte Gersthofen" nur die beste aller Lösungen umsetzen zu wollen. Foto: Ulrike Hauke


Investor Peter Pletschacher und sein Architekt Klaus Kehrbaum stellten im Beisein von Bürgermeister Michael Wörle im Gespräch mit der StadtZeitung klar, dass man sich über das weitere Vorgehen in Bezug auf das Bauvorhaben in "Gersthofens Mitte" erst nach dem 12. Februar 2017 äußern könne. Wie berichtet, endet an diesem Tag die bevorstehende Wahl der Gersthofer, pro oder contra Strasser-Villa.

Seit Jahren streiten sich Investor und eine Bürgerinitiative (BI) darum. Die BI votiert klar für den Erhalt der Strasser-Villa, der Stadtrat stimmte mehrheitlich für die Pletschacher-Variante C und damit für deren Abriss. Denn dieses Modell war der im Sommer neu vorgestellte dritte Ansatz, das Bauvorhaben - nun inklusive der eingegangenen Wünsche und Vorstellungen seitens der Bürger und des Stadtrats - endlich beginnen zu können. Es setzt aber wieder den Abriss der Villa voraus. Erneut legte daraufhin die BI genügend Stimmen für ein Bürgerbegehren "pro Villa" dem Stadtrat vor. Das hatte zur Folge, dass dieser den sogenannten Bürgerentscheid einstimmig auf den Weg brachte, verbunden mit der Hoffnung, dann endlich Klarheit über das weitere Vorgehen an der Brachstelle mitten in der Stadt zu erhalten.

Pletschachers Architekt, Klaus Kehrbaum, erklärte während des Pressegesprächs erneut detailliert die Gründe, warum aus städtebaulicher Sicht eine "neue Mitte Gersthofen" nur ohne das alte Gebäude sinnvoll umgesetzt werden könne.

"Betrachtet man das gesamte Bauvorhaben, so entspricht die Kubatur (Volumen/Gestalt oder Form eines Baukörpers) der Strasser-Villa nicht dem Maßstab der umliegenden Gebäude, wie dem Stadthotel, dem Rathaus oder dem City-Center."

Selbst die der Villa gegenüberliegende Strasser-Wirtschaft habe bereits in der Fassade fünf Fensterreihen zu bieten und passe sich dadurch dem Ensemble rund um das Rathaus an. Kehrbaum stützt seine städtebauliche Leitlinie auf Empfehlungen von Fachleuten: "Will man eine optimale Platzsituation schaffen, so müssen sich die Kubaturen der genannten vier umliegenden Gebäude ergänzen, bestenfalls gleich hoch sein, die Villa mit ihrem Baustil aus Wohngebieten kann diese urbane Qualität aber nicht leisten." Kehrbaum weiter: "Das neue Gebäude hingegen, welches dort entstehen wird, wird mit sechs Geschossen nicht höher als das Rathaus sein, diesem gegenüberliegen und sich so dem Gesamtbild in diesem Areal anpassen." Vor allem orientiere man sich an der Aussage des Denkmalschutzes. Dieser habe mehrfach geprüft, ob das Gebäude erhaltenswert sei, jedoch dafür keine bauhistorische Notwendigkeit gesehen. Der Architekt setzt in Bezug auf die nebeneinander liegenden Grundstücke Strasser-Villa und Kirnerhaus außerdem auf einen Tausch: "Das Kirnerhaus wird sowieso abgerissen, also könnte man der Stadt dieses Grundstück im Tausch mit dem Villa-Grundstück anbieten." Dadurch würde das Argument der BI entkräftet, dass das Villa-Grundstück im Besitz der Stadt bleiben müsse, um Platz für infrastrukturelle Maßnahmen in diesem Areal zu haben.

Weiter habe die Stadt begonnen, die Verkehrsführung in dem Areal sowie eine Verkehrsberuhigung der Bahnhofstraße zu untersuchen. Auch dadurch entstünde eine Stadtmitte, die ihren Namen verdiene. Kehrbaum, Pletschacher und Wörle betonten, man glaube an das Projekt und strebe gemeinsam diese beste Lösung für Gersthofen an. (Ulrike Hauke )
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