Ja zum Abriss des Bahnhofsgebäudes in Gersthofen

Die Tage des Gersthofer Bahnhofsgebäudes (Bild) sind gezählt: Das marode Haus wird demnächst abgerissen. Foto: Siegfried P. Rupprecht

Keine ernst zu nehmenden Kaufabsichten: Jetzt fällt das marode Bahnhofsgebäude der Abrissbirne zum Opfer. Die Neugestaltung des Areals läuft dagegen auf Hochtouren.

Der Planungsausschuss des Stadtrats hat einstimmig sein Ja zum Abriss des Bahnhofsgebäudes gegeben. Gleichzeitig hat er dem Stadtrat empfohlen zu beschließen, die Planungen zur Neugestaltung des Bahnhofsareals weiter zu verfolgen und umzusetzen.

Das Bahnhofsgebäude wurde rund sieben Wochen lang auf der Internetseite der Stadt Gersthofen sowie mit Hilfe eines Maklers zum Kauf angeboten. Dabei wurde es als Gewerbe-, insbesondere als Gastronomieimmobilie beworben. Doch der Aufwand war vergebens: Es gab keine ernst zu nehmenden Interessensbekundungen.

Die Mitglieder des Planungsausschusses machten in ihrer letzten Sitzung nun Nägel mit Köpfen. Sie beauftragten das Bauamt mit der Vorbereitung und Durchführung des Abbruchs des maroden Bahnhofsgebäudes.

Neues zeichnet sich dagegen bei der Neugestaltung des Bahnhofsareals ab. Hier wurden die Planungen in den letzten Monaten weiter ausgearbeitet.

Eine Reihe von Änderungen

Das Planungsteam stimmte zwischenzeitlich die Planungen der verschiedenen Projekte wie Kreisverkehr, Straße und Bahnüberführung aufeinander ab. Dadurch ergab sich eine Reihe von wesentlichen Änderungen zum letzten Planungsstand im Dezember.

So wurden im Bereich der Bushaltestellen die Busbuchten in sogenannte "Buskaps" umgewidmet. Damit soll die Barrierefreiheit sichergestellt werden.

Eine Anpassung gab es auch bei der Breite der Bahnüberführung. Das Projekt soll nun aufgrund der Vorgaben aus der Richtlinie für die Anlage von Straßen auf sechs Meter verbreitert werden.

Auch das nördliche Areal weist eine Änderung auf. Grund dafür sind hier sogenannte CEF-Maßnahmen - vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen - für die in diesem Gebiet vorkommenden Zauneidechsen.

Neuer Lebensraum für Zauneidechsen

Da durch die Baumaßnahmen der jetzige Lebensraum der Zauneidechsen zerstört wird, muss den Tieren in der Nähe ein neuer Lebensraum, in den sie umsiedeln können, angeboten werden. Dies sei im Norden des Plangebiets relativ einfach umzusetzen, da die dortigen Flächen der Stadt gehören und durch Entsiegelung ohne großen Aufwand für die Eidechsen hergerichtet werden können, so das Stadtbauamt optimistisch.

Darüber hinaus gab es Abstimmungstermine mit betroffenen Behörden. So wurden dem Augsburger Verkehrsverbund (AVV) und der Gersthofer Verkehrsgesellschaft (GVG) die Änderungen der Bushaltestellen vorgestellt. Hier zeigte sich vor allem der AVV von den Buskaps erfreut. Bei diesen würde unter Umständen ein gefährliches Einfädeln in den laufenden Verkehr entfallen, hieß es. Kein Problem sei auch, dass die Busse ihre eventuell anfallenden Wartezeiten auf dem Park & Ride-Platz verbringen müssen.

Keine Kostenbeteiligung

Das Straßenbauamt unterstützt ebenfalls das geplante Projekt. Es stellt jedoch keine Kostenübernahme in Aussicht. Die Regierung von Schwaben wertet das Projekt als sehr sinnvoll.

Nachricht gab es zwischenzeitlich auch von der DB Netz AG und DB Station & Service. Die Bahn wolle die Planungen so akzeptieren, sich aber nicht an den Kosten beteiligen. Sie wird wohl nur die Eisenbahnüberführung nach Fertigstellung übernehmen. Eine Erhöhung der Bahnsteige ist seitens der Bahn nicht vor 2020 geplant. In diesem Zusammenhang will die Stadt aber noch weitere Gespräche führen.
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