Jetzt kommt die Abrissbirne

Nachdem sich für das marode Bahnhofsgebäude in Gersthofen (Bild) kein Kaufinteressent gefunden hat, rückt nun die Abrissbirne an. Foto: Siegfried P. Rupprecht

Die Stadt Gersthofen macht Nägel mit Köpfen: Das marode Bahnhofsgebäude wird abgerissen. Bis spätestens Ende März - nach vorheriger Entfernung der dortigen Bäume - soll nichts mehr an das in den 1840er-Jahren errichtete Bauwerk erinnern.

In den kommenden Jahren will die Kommune dort einen modernen und nutzerfreundlichen Verkehrsknotenpunkt errichten. Dafür schafft sie einen neuen Bebauungsplan. Der Entwurf dazu ist noch bis einschließlich Mittwoch, 16. März, im Foyer des Bauamts im Rathaus öffentlich zur Einsichtnahme ausgelegt (wir berichteten).
Derzeit ist sowohl der Bahnhof als auch sein unmittelbares Umfeld - gelinde gesagt - wenig attraktiv. Die Wegebeziehungen zwischen Bahnsteigen, Parkplätzen und Bushaltestellen sind zu lang. Es gibt keine kurze Verbindung zwischen den Bahnsteigen, zudem fehlt eine komplette Barrierefreiheit. Abgerundet wird das Areal mit einer mehr als schlechten Beleuchtung und unübersichtlichen Grünanlagen. Vor allem bei Dunkelheit erinnert die Fläche an eine No-Go-Area.

Kein Kaufinteresse

Zuerst sollte das Bahnhofsgebäude noch erhalten bleiben. Die Stadt bot das Bauwerk mit Hilfe eines Maklers zum Kauf an. Dabei wurde es als Gewerbe-, vor allem als Gastronomie-Immobilie angeboten. Doch es habe, wie Bürgermeister Michael Wörle mitteilte, keine ernsthafte Interessensbekundung gegeben. Die Folge: Die Mitglieder des Planungsausschusses der Stadt Gersthofen beauftragten in einem einstimmigen Votum das Bauamt mit der Vorbereitung und Durchführung des Gebäudeabbruchs.
Damit kommt nach jahrzehntelangem Hickhack ein Schlussstrich unter das Bahnhofsgebäude. Während sich die Stadtväter in der Vergangenheit immer wieder über das Bauwerk, Umfeld und Deutsche Bahn ärgerten, scheint jetzt ein kleiner Freudefunken. Der Abriss kommt zwar mit rund 50.000 Euro immer noch teuer, aber gegenüber dem zuerst im Haushaltsetat kalkulierten Betrag von 150.000 Euro doch wesentlich billiger.

Nutzerfreundlich und barrierefrei

Mit dem nun ausgelegten Bebauungsplanentwurf legt die Stadt die allgemeinen Ziele und Zwecke der Planung, die für die Neugestaltung und Entwicklung dieses Gebiets in Betracht kommen, und die voraussichtlichen Auswirkungen der Umsetzung dar. Ziel ist es, den Bahnhof und sein Umfeld östlich der Bahnlinie Augsburg-Donauwörth nutzerfreundlicher, barrierefrei und auch optisch ansprechend aufzuwerten und zu gestalten.
Wenn der vorgelegte Zeitplan eingehalten wird, kann die Fertigstellung des neuen Bahnhofs Mitte April 2020 gefeiert werden. Die Bausumme inklusive des Neubaus des Kreisverkehrs und der Straße beläuft sich auf circa 10,6 Millionen Euro. Über dieser Summe müsse aber noch nachgebessert werden, forderte eine Reihe von Stadträten.

Von Siegfried P. Rupprecht
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