Kinderkrippen werden in Gersthofen günstiger

Ab September werden die Krippenplätze in Gersthofen etwas billiger. Die Reduzierung schlägt mit 50 Euro pro Kind im Monat zu Buche. Foto: Siegfried P. Rupprecht

Der Gersthofer Stadtrat beschließt eine pauschale Reduzierung der Kinderkrippengebühren um monatlich 50 Euro pro Kind.

Die Krippengebühren in Gersthofen werden ab September je Kind monatlich um 50 Euro gesenkt. Das hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich beschlossen. Die Gebührensenkung ist für die betroffenen Eltern sicher eine erfreuliche Nachricht. Dennoch sind die Krippengebühren für die Betreuung der Kinder unter drei Jahren im Landkreis-Vergleich immer noch die höchsten.

Bislang mussten die Erziehungsberechtigten für eine ein- bis zweistündige Betreuung monatlich 186 Euro, für eine neun- bis zehnstündige 312 Euro berappen. Jetzt sind es bei diesen Beispielen "nur" noch 136 beziehungsweise 262 Euro.

Die Stadt Königsbrunn verlangt dafür 114 und 156 Euro, die Stadt Neusäß 105,60 und 211,20 Euro. Auch die Stadt Stadtbergen liegt im Bereich der neun- und zehnstündigen Betreuung mit 206 Euro beträchtlich unter den Gersthofer Gebühren. Die ein- und zweistündige Krippenbetreuung wird dort nicht angeboten.

Schlechter Zeitpunkt


Interessant war die Aufstellung der Stadtverwaltung. Sie bezifferte das Defizit pro Kinderkrippenplatz auf rund 397 Euro. Falls die Gebühren um 50 Euro gesenkt würden, könnte eventuell der Bedarf nach weiteren Krippenplätzen geweckt werden, mutmaßte sie im Vorfeld der Abstimmung. Die Gebührensenkung für das kommende Kindergartenjahr wäre unter Beachtung der Investitionskostenförderung ein deutlich schlechter Zeitpunkt, meinte die Verwaltung weiter. Hier stünden dann nicht nur ein Defizit in Höhe von 54 00 Euro durch die Gebührensenkung im Raum, sondern auch die Rückzahlung der Investitionskostenförderung für die geplante dritte Krippengruppe. Diese beläuft sich auf circa 150 000 Euro.

Mit der Belassung der jetzigen Gebührensituation könnte zumindest für das kommende Kindergartenjahr erreicht werden, dass die derzeitige Nachfrage nach Krippenplätzen nicht übermäßig zunehme, resümierte die Verwaltung.

19:10 Stimmen

Die Mehrheit der Stadträte folgte dieser Empfehlung allerdings nicht. Vor allem die Stadträtinnen im Gremium hatten sich im Vorfeld mit Nachdruck für eine pauschale Senkung der Kinderkrippengebühren stark gemacht. Sie sprachen unisono über Parteigrenzen hinweg von einer "Verpflichtung gegenüber den Familien".

Für die Gebührenreduzierung votierten schließlich 19 Gremiumsmitglieder. Zehn lehnten sie ab.
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