Kosten deutlich reduzieren

Nach dem Abriss des maroden Bahnhofgebäudes (Bild), soll kontinuierlich die Neugestaltung des Areals in Angriff genommen werden. Die Fertigstellung ist für April 2020 anvisiert. Foto: Siegfried P. Rupprecht

Der Gersthofer Stadtrat gibt grünes Licht, das Bahnhofsareal nach Abriss des maroden Gebäudes neu zu gestalten. Doch er fordert, die Projektkosten deutlich zu senken.

Der Stadtrat beschloss in seiner letzten Sitzung, die Planungen zur Neugestaltung des Bahnhofsareals weiter zu konkretisieren. Er beauftragte zudem die Verwaltung, die erforderliche Sperrpause bei der Bahn zu beantragen. Die Gremiumsmitglieder missbilligten aber auch die Kosten. Die rund 10,6 Millionen Euro veranschlagte Baumaßnahme müsse deutlich billiger werden, mahnten sie.

So sehen die jetzigen Planungen im Bereich der Bushaltestellen in den Busbuchten sogenannte "Buskaps" vor. Damit soll Barrierefreiheit sichergestellt werden. Die Bahnüberführung wird auf eine Breite von sechs Meter erweitert.

Zudem muss im nördlichen Planareal für die dort vorkommenden Zauneidechsen eine Umsiedlungsaktion in räumlicher Nähe vorgenommen werden. Den Tieren wird durch die Baumaßnahmen der bisherige Lebensraum zerstört. Wenn der vorgelegte Zeitplan eingehalten wird, kann die Fertigstellung des neuen Bahnhofs bereits Mitte April 2020 gefeiert werden.

Planung optimieren

Die Fraktionen begrüßten die Planungen grundsätzlich. Bei einem Punkt kam allerdings Widerstand auf. Auch wenn die Bausumme zusätzlich den Neubau Kreisverkehr und Straße mit enthält, seien die Kosten in Höhe von 10,6 Millionen Euro für diese Maßnahme zu hoch, resümierte W.I.R.-Fraktionschef Georg Brem.

Nach der Auffassung seiner Fraktion müssen die Kosten deutlich reduziert werden. "Das heißt, die Planung ist zu optimieren. Planerische Spielereien können und wollen wir uns nicht leisten", so Brem.

Als "Spielerei" nannte die W.I.R.-Fraktion zum Beispiel das Holzstege-System im angrenzenden Wäldchen. "Die Kosten dafür dürften erheblich sein", meinte Brem. An die Folgekosten dafür wolle er gar nicht denken.

Zweiter Stadtpark?

Die "Reminiszenz Bahnhof" bezeichnete er als eine weitere "Spielerei". "Ich habe den Eindruck, dass hier kein Bahnhofsareal geplant wurde, sondern ein zweiter Stadtpark, in dem zufällig ein Zug hält", übte Brem Kritik.

Heftig ins Gericht gingen die Stadträte auch mit der Bahn. In einem Abstimmungsgespräch mit der DB Netz AG und DB Station & Service stellte sich nämlich heraus, dass die Bahn erst nach der Neugestaltung mit den erforderlichen Umbauarbeiten an den Bahnsteigen beginnt. Hier forderte der Stadtrat unmissverständlich Nachverhandlungen.
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