Nein zu Investor-Pläne

Die Stadträte Albert Kaps und Julia Romankiewicz-Döll informierten bei der Jahreshauptversammlung von Pro Gersthofen über wichtige kommunalpolitische Entscheidungen und Themen. Foto: privat

Das „Gersthofer Loch“, die Zukunft von Hallen- und Freibad, die geplante neue Skateanlage und die Verlängerung der Straßenbahn von Augsburg in die Gersthofer Innenstadt bildeten die Schwerpunkte bei der Jahreshauptversammlung der Stadtratsgruppierung Pro Gersthofen. Dabei ging die Vorstandschaft um Vorsitzenden Achim Liberta bei der Präsentation einen neuen Weg. Die Zusammenkunft fand nicht – wie üblich – in einer Räumlichkeit statt, sondern erstmals unter freiem Himmel im Garten der Kirche Maria, Königin des Friedens.

Gruppensprecher Albert Kaps kam ohne Umschweife gezielt auf jene Themen zu sprechen, die die Bürger vor Ort bewegen. Der Stadtrat habe sich beim geplanten Einkaufszentrum Forum mit großer Mehrheit für die neuen Pläne des Dasinger Investors Peter Pletschacher ausgesprochen, so Kaps. Diese Entscheidung beinhalte auch den Abriss der Strasser-Villa.
Unmissverständlich machte Kaps aufmerksam, dass sich Pro Gersthofen ohne Wenn und Aber für den Erhalt des historischen Gebäudes ausspreche. Neben ihm und seiner Gruppierungskollegin Julia Romankiewicz-Döll waren noch Klaus Greiner und Christian Miller (beide SPD), Günter Eikelmann (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Barbara Lamprecht (Freie Wähler) gegen die vom Investor vorgelegte neue Variante.
Klare Vorstellungen hatte Pro Gersthofen auch zu den städtischen Grundstücken um die Villa herum. Diese dürfen auf keinen Fall aus der Hand gegeben werden, resümierte Kaps.
Sein großes Bedauern äußerte Kaps darüber, dass die Stadtratsfraktionen von CSU und W.I.R. den Antrag für ein Ratsbegehren über die Zukunft der Strasser-Villa abgelehnt haben. Dieses Thema habe in der Bürgerschaft große Brisanz, meinte er. Die Bürger müssten deshalb bei einer so wichtigen Entscheidung mit ins Boot genommen werden. Wichtig sei das Mit-, nicht das Gegeneinander.

Drei Alternativen

Kaps ging auch auf die Situation der Bäder vor Ort sowie auf eine Weiterführung der Straßenbahn in den Gersthofer Citybereich ein. Bei ersterem Thema stünden drei Alternativen zur Diskussion: die Sanierung beider Bäder, die Zusammenlegung von Hallen- und Freibad an der Sportallee oder ein Neubau auf der sogenannten „grünen Wiese“. Pro Gersthofen favorisiere die Sanierung der Bäder, betonte Kaps. Dies sei aus seiner Sicht die sinnvollste und kostengünstigste Lösung.
Die Diskussion um die Straßenbahn bezeichnete Kaps als „grundsätzlich richtig und wichtig“. Gleichzeitig verwies er auf den fehlenden Platz für eine eigene Tramtrasse. Die Gleiskörper müssten demzufolge auf der Fahrbahn platziert werden. Das führe bei Stoßzeiten sicher zu Staus. Für Pro Gersthofen sei die beste und einfachste Lösung, die Brechung der Gersthofer Busse in Augsburg-Nord aufzuheben.

Generationenübergreifendes Projekt

Jugendreferentin Julia Romankiewicz-Döll informierte die Versammlung über den geplanten Neubau der Skateanlage am Eichenlohweg. Die Budgeterhöhung von 350.000 auf 500.000 Euro sei leider abgelehnt worden. Das schränke den Gestaltungsspielraum des Projekts ein, bilanzierte sie. Dennoch zeigte sie sich erfreut darüber, dass diese „generationenübergreifende Baumaßnahme“ endlich umgesetzt werden könne. (spr)
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