Neubau oder Sanierung? Fraktionen im Stadtrat sind sich beim Gymnasium uneins

Über die Zukunft des Paul-Klee-Gymnasiums scheiden sich bei den Stadtratsfraktionen die Geister. Die einen plädieren für eine Sanierung, andere wiederum für einen Neubau auf dem Festplatz an der Schubertstraße. Foto: Siegfried P. Rupprecht

Bei der Frage Sanierung oder Neubau des Paul-Klee-Gymnasiums scheiden sich bei den Stadtratsfraktionen die Geister. Das Landratsamt hatte bei der Stadt angefragt, ob der Festplatz für die Zeit eines Neubaus oder einer Sanierung des Gymnasiums als Standort für eine Containerschule zur Verfügung gestellt werden kann. Diese Containerschule soll Kosten von circa 6,5 Millionen Euro verursachen. Im Rahmen dieser Diskussion schlug das Bauamt der Stadt verschiedene Lösungsmöglichkeiten vor, unter anderem die Verlegung des Festplatzes auf ein noch zu findendes Grundstück und die Bebauung mit dem neuen Gymnasium.

W.I.R., die zweitstärkste Fraktion im Stadtrat, bezieht zu den vorgeschlagenen Lösungsmöglichkeiten klar Stellung. „Der bisherige Festplatz steht für uns für eine Bebauung nicht zur Disposition“, verdeutlicht Fraktionsvorsitzender Georg Brem. Der jetzige Festplatz habe sich als notwendige Einrichtung am richtigen Ort für das städtische Leben etabliert.

Weiter ist W.I.R. der Meinung, dass eine Verlegung des Gymnasiums auf den Festplatz oder auf den bisherigen Sportplatz an verschiedenen Auflagen scheitern könnte. „Grundsätzlich sind wir aber sowieso dafür, das Gymnasium an seinem alten Platz zu belassen“, betont Brem.

In diesem Zusammenhang unterbreitet W.I.R. eine andere Lösung. „Wir schlagen vor, das alte Mittelschulgebäude für den Interims-Schulbetrieb des Gymnasiums zur Verfügung zu stellen. Mit unbürokratischen bau- und brandtechnischen Sondergenehmigungen und weiteren Auflagen als Übergangslösungen könnten dort die Voraussetzungen für den Schulbetrieb geschaffen werden.“ Damit wäre ein Neubau oder eine Sanierung des Gymnasiums an alter Stelle möglich. Forderungen nach neuen Flächen würden sich erübrigen. Weiter käme es zu einer Einsparung erheblicher finanzieller Mittel im Rahmen der Containerschule, so Brem.

Neuer Festplatz am Bahnhof

Für einen Gymnasiumneubau steht dagegen Pro Gersthofen. Eine Unterbringung der Gymnasiasten in der Mittelschule lehnt der Sprecher der Gruppierung, Stadtrat Albert Kaps, kategorisch ab. Das Gebäude entspreche nicht mehr den brand- und bautechnischen Vorschriften. Darüber hinaus würde der gesamte Bauzeiten- und damit auch Kostenplan der neuen Mittelschule durcheinander gebracht. „Insgesamt reicht auch die Raumkapazität auf keinen Fall aus. In der Mittelschule waren bisher maximal 500 Schüler, im Gymnasium müssen wir mit der doppelten Anzahl rechnen.“

Pro Gersthofen plädiert deshalb als „idealen Standort für einen Neubau den bisherigen Festplatz“. „Das Gelände könnte ohne große ,Freimachungskosten’ sofort überplant und bebaut werden“, meint Kaps.

Die Gruppierung schlägt auch eine Alternative für den jetzigen Festplatz vor, nämlich nördlich des Park- & Ride-Platzes am Bahnhof. „Hier könnte eine rund 8000 Quadratmeter große Fläche für einen neuen Festplatz entstehen“, erklärt Kaps.

Auch für die dann frei werdenden Gymnasiumflächen hat Pro Gersthofen eine Verwendung. Kaps schlägt vor, mit der Internationalen Schule (ISA) in Verhandlungen zu treten und ihr das Areal zum Kauf anzubieten. Die ISA an der Ziegeleistraße peile nach Rücksprache mit dem ISA-Geschäftsführer mittelfristig eine Verlagerung in ein anderes Gebiet an, insistiert Pro Gersthofen. „Mit diesem Gesamtkonzept könnten einige Probleme schlagartig gelöst werden“, ist sich Kaps sicher.

Festplatz als Übergangslösung

Gegenwind erhält W.I.R. auch von den Freien Wählern (FW). Die Mittelschule als Übergangslösung für das Gymnasium sei allein aus Brandschutzgründen nicht nachzuvollziehen, urteilt FW-Fraktionschef Bernhard Happacher.
Dies sei seit Monaten dem Stadtrat bekannt. „Deshalb ist es schon etwas merkwürdig wenn nun diesbezüglich ein Antrag auftaucht, der auch noch von Jürgen Schantin unterstützt wird, obwohl der Kreisbauausschuss bereits einstimmig – auch mit Schantins Stimme – einer Sanierung des Gymnasiums verbunden mit einer Containerlösung während der Bauphase zugestimmt hat.“
Die Freien Wähler würden den Festplatz für eine Übergangslösung zur Verfügung stellen, meint Happacher . „Sollten darüber hinaus weitere oder andere Planungen für den Festplatz anstehen, bedarf es einer komplett neuen Planung.“

Die Freien Wähler betrachten „eine schnelle Umsetzung der Sanierung des Gymnasiums als wichtig“. „Die Schüler dort müssen schon viel zu lange in Containern ihren Unterricht bestreiten.“ Als Sachaufwandsträger müsse der Landkreis hier endlich in die Gänge kommen.

Von Siegfried P. Rupprecht
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