Ost-West-Strecke wird gekappt

Vollsperrung bis September: Der Stadt Gersthofen steht mit der Sanierung der Brücke der Bahnhofstraße ein großes Bauprojekt bevor. Foto: Staatliches Bauamt Augsburg

Die Brücke der Bahnhofstraße in Gersthofen über die B2 muss dringend instandgesetzt werden. Das Bauwerk aus dem Jahr 1979 wird deshalb von Montag, 11. April, bis September für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt. Für den Autoverkehr gibt es Umleitungsstrecken. Von der Vollsperrung nicht betroffen sind Fußgänger und Radfahrer. Sie können die Brücke weiterhin benutzen.

Das Bauwerk habe sich in den letzten Jahren zunehmend verschlechtert, teilt der Abteilungsleiter Konstruktiver Ingenieurbau vom Staatlichen Bauamt Augsburg, Robert Moser, mit. Er spricht von tiefen Spurrinnen in den Fahrbahnen, die eine Gefährdung der Verkehrssicherheit darstellen.
Sorgen bereiten dem Bauamt auch die Risse im Asphalt und die undichten Dehnungsfugen. Dort dringt Wasser in das Bauwerk ein und schädigt den Stahlbeton. „Hier haben sich bereits größere Betonflächen unter der Oberfläche abgelöst“, heißt es weiter. An vielen Stellen, beispielsweise im Auflagerbereich und an den Pfeilern, sei der Beton sogar schon abgeplatzt. Zudem seien die Bewehrungsstähle angerostet.

Baukosten: rund 900.000 Euro

Das Staatliche Bauamt sieht deshalb nach eigenen Worten ein „kurzfristiges Handeln erforderlich“. Eine grundlegende Instandsetzung sei unumgänglich. Dafür werden rund 900.000 Euro in die Hand genommen, um den 45 Meter langen und 19 Meter breiten Brückenbau wieder auf Vordermann zu bringen.
Während der Sanierungsphase werden alle Bauteile an der Brückenoberseite vollständig entfernt. Anschließend kommen der komplette Fahrbahnbelag sowie die Gehwege mit Geländer und die Beleuchtungsmasten zum Abbruch. Als wesentliche Arbeitsschritte nennt das Staatliche Bauamt unter anderem den Einbau von zwei neuen, lärmarmen Übergangskonstruktionen, die Abdichtung der Betonoberfläche, den Wiedereinbau der Versorgungsleitungen, den Asphalteinbau in mehreren Schichten auf der Brücke und in den angrenzenden Straßenflächen sowie die Montage von neuen Geländern.

Große Einschränkungen

Diese umfassenden Arbeiten ziehen große Einschränkungen für den Autoverkehr nach sich. So ist die Überfahrt über die Brücke für Kraftfahrzeuge während der gesamten Bauzeit nicht möglich. Alle anderen Auf- und Abfahrten an der Anschlussstelle der Bahnhofstraße mit der B2 stünden jedoch uneingeschränkt zur Verfügung, verdeutlicht das Bauamt. Fußgänger und Radfahrer wird es besonders freuen: Für sie wird ständig ein Durchgang über die Brücke aufrechterhalten.

Umleitungsstrecken

Der die Brücke queren wollende Kfz-Verkehr erhält eine Umleitung über die B2-Anschlussstelle Gersthofen-Nord. Der Verkehrsstrom von Hirblingen in Richtung Gersthofen-Zentrum oder Mühlhausen wird südlich über die Strecke Flotow-, Welser-, Daimler- und Augsburger Straße geführt.
Für den Auf- und Abbau der Gerüste unter der Brücke von der B2 aus und die Instandsetzung der Pfeiler im Mittelstreifen der B2, wird jeweils ein Fahrstreifen der B2 in den Abend- und Nachtstunden außerhalb der Zeiten des Berufsverkehrs gesperrt.
Um die Bauzeit auf das unumgängliche Mindestmaß zu verkürzen, werden die Sanierungsarbeiten auch samstags durchgeführt, soweit es Bauablauf, Technik und Witterung erlauben. Nachtarbeit oder Arbeit an Sonn- und Feiertagen ist allerdings nicht vorgesehen, um Lärmimmissionen auf die nahegelegenen Wohngebiete zu vermeiden.
Im Raum stand beim Staatlichen Bauamt auch die nur halbseitige Wechselsperrung der Brücke. Doch von diesen Überlegungen distanzierte es sich wieder. Diese Variante hätte eine wesentlich längere Bauzeit bis ins Jahr 2017 nach sich gezogen, zudem eine mehrmalige Änderung der Umleitungsstrecken. Darüber hinaus wäre bei einer halbseitigen Bauweise eine geringere Bauqualität und Dauerhaftigkeit zu erwarten gewesen, so das Bauamt. (spr)
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