Pläne für das "Praktiker"-Areal

Auf dem Areal des ehemaligen „Praktiker“-Markts (Bild) am südlichen Gersthofer Ortseingang soll eine Wohnbebauung mit Gewerbeanteil entstehen. Foto: Siegfried P. Rupprecht

Der marode Bahnhof in Gersthofen wurde kürzlich abgerissen. Nun könnte einer anderen Immobilie, die ebenfalls als Schandfleck gilt, das gleiche passieren. Gemeint ist der seit rund drei Jahren leerstehende Heimwerkermarkt „Praktiker“ an der Augsburger Straße am südlichen Ortseingang. Ein Investor hat signalisiert, auf dem Areal eine Wohnbebauung mit Gewerbeanteil an Büros, Praxen und Einzelhandel zu entwickeln. Die Stadt will diese Chance nutzen.

Das „Praktiker“-Areal ist insgesamt knapp 15.600 Quadratmeter groß. Dort soll nach dem Konzeptvorschlag eines Investors nach dem Abriss des „Praktiker“-Gebäudes eine Mixtur aus Mischgebiet und Allgemeinem Wohngebiet entstehen.
Ein Blick auf die dortige Situation: Im Umfeld sind im Westen und Süden Gewerbe angesiedelt, im Osten ein Mischgebiet und im Süden landwirtschaftliche Flächen. Diese Nutzungen sind auch weiterhin im Flächennutzungsplan vorgesehen.
Der erste Entwurf sieht eine Geschossflächenzahl (GFZ) von 1,22 und eine Grundflächenzahl (GRZ) von 0,54 für die gesamte Fläche vor. Das höchste Gebäude an der Ecke Augsburger Straße/Römerstraße wäre dann sechsgeschossig plus Penthouse, die niedrigsten Häuser im Norden und Osten des Areals dreigeschossig plus Penthouse.
Nach einer überschlägigen Ermittlung des Bauamts wären dafür 386 Stellplätze notwendig. Für das Vorhaben müsste der Bebauungsplan geändert werden. Vermutlich wäre das allerdings nach Meinung der Verwaltung im sogenannten „beschleunigten Verfahren“ möglich.
Der Investor hat nicht nur Pläne für die Bebauung vorgestellt, sondern auch bereits ein Schallgutachten beauftragt. Damit soll die immissionsschutzrechtliche Machbarkeit geprüft werden.

Bebauung zu massiv und dicht

Die Mitglieder des Planungsausschusses begrüßten in ihrer letzten Sitzung im Rathaus die Investorpläne. Sie wurden vom Gremium vorbehaltlos befürwortet. Bemängelt wurde allerdings die zu massive und dichte Bebauung.
Dies sah im Vorfeld auch das Bauamt so. Es wertete GFZ und GRZ für dieses Gebiet als zu hoch an. Eine Reduzierung der Bebauung mit gleichzeitiger Aufwertung der Außenanlagen, beispielsweise durch die Schaffung von Aufenthaltsqualität im Freiraum, wäre aus der Sicht des Bauamts wünschenswert und sollten mit dem Investor und den Planern verhandelt werden.

Erschließung über Augsburger Straße

Albert Kaps (Pro Gersthofen) griff in der Sitzung auch die Erschließung des neuen Wohnareals auf. Diese müsse ausschließlich über die Augsburger Straße erfolgen, meinte er. Nur so könne garantiert werden, dass keine weitere Lärmbelästigung auf die Bewohner des Autobahn-Viertels zukommt.
Abgesehen von der generellen Machbarkeit und der letztendlichen Ausgestaltung konnte sich der Planungsausschuss aus städtebaulicher Sicht dort jedoch eine Entwicklung von Wohnbebauung vorstellen. Das Gremium beauftragte die Verwaltung daraufhin einstimmig, mit dem Investor und den Architekten über Modifikationsmöglichkeiten des vorgestellten Entwurfs zu verhandeln. (spr)
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