Selbstbewusste Freie Wähler

Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Bernhard Happacher (Bild), ging der Frage nach, was Bürgermeister Michael Wörle bislang erreicht habe. Seine Bilanz fiel für den Rathauschef positiv aus. Foto: privat

Einen neuen Weg gingen die Gersthofer Freien Wähler (FW) bei ihrer Mitgliederversammlung im Trachtenheim an der Siedlerstraße. Erstmals wurde dieVeranstaltung in Form einer Diskussionsrunde abgehalten – ein Versuch, der sich bestens bewährte. Er stellte die Berichte der Mandatsträger mit ihren Inhalten noch besser in den Fokus der Mitglieder.

Gleich eingangs machte Vorsitzender und dritter Bürgermeister Reinhold Dempf auf Positives aufmerksam. „Wir konnten unsere Mitgliederzahl weiter ausbauen“, betonte er. Man verzeichne nunmehr 115 Mitglieder. Gleichzeitig verwies er auf eine geordnete Kassenlage.
Er verstand es aber auch, die Werbetrommel zu rühren. „Die Freien Wähler sind die politische Denk- und Ideenfabrik vor Ort“, meinte er. Als Beispiele dafür nannte er Schlagworte wie Jugendzentrum, Kindergärten, Eislauffläche und Energiepolitik. Dabei verhehlte er aber nicht, dass bei der Kommunalpolitik immer Kompromisse mit allen Fraktionen notwendig seien. Das trage dann auch dazu bei, dass manche Entscheidungen etwas länger dauern.

Gute Haushaltsführung

Dem jetzigen Bürgermeister Michael Wörle (Parteilos) bescheinigte Dempf eine gute Haushaltsführung. Vieles sei früher im Rathaus unprofessionell geplant und durchgeführt worden, erinnerte er. Das gehöre nun der Vergangenheit an.
Auch Fraktionsvorsitzender Bernhard Happacher rückte Rathauschef Wörle – er war der gemeinsame Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler und SPD - in den Mittelpunkt. Er ging der Frage nach, was unter der bisherigen Amtszeit des Stadtoberhaupts erreicht wurde. Die Liste, die Happacher erstellte, konnte sich seiner Meinung nach sehen lassen: die
Fertigstellung der Mittelschul-Turnhalle, der Baubeginn der neuen Mittelschule, die Weiterentwicklung des Bäderkonzepts, die Bahnhofsplanung – hier befinde man sich auf der Zielgeraden – und die erneute Gesprächsaufnahme mit dem Forum-Investor.

Ja zum Ratsbegehren

Ferner ging Happacher auf die Strasser-Villa ein. Das weitere Vorgehen solle hier mit einem Ratsbegehren entschieden werden. Zudem sprach er die Straßenausbaubeitragssatzung an. Sie werde überprüft und wenn nötig, angepasst.
In seiner neuen Funktion als Vorsitzender der Freien Wähler im Bezirk Schwaben wies Stadtrat Dr. Markus Brem darauf hin, dass FW-Politik immer Politik von unten nach oben sei, genau anders als bei der CSU, die von oben nach unten tangiert. Brem schnitt unter anderem die anstehende Entscheidung in Gersthofen zur Neuvergabe der Strom- und Gaskonzession an. Gerade im Bereich der kommunalen Energiepolitik habe die Stadt mit ihrer Größe und Wirtschaftskraft ideale Voraussetzungen, neue Wege zu gehen. Eine Entscheidung für die reine „Konzession“ oder für die sogenannte „Kooperation“ werde in den nächsten Monaten im Stadtrat zu treffen sein. Die Energiewende beinhalte für Gersthofen die große Chance, Energie effizienter zu nützen und neue Energiequellen zu erschließen.

Skateanlage: eine sinnvolle Sache

Stadträtin Barbara Lamprecht brachte der Versammlung die geplante Skateanlage am Eichenlohweg näher. Das Projekt sei eine sinnvolle Sache für die Stadt, bilanzierte sie. Positiv sei zudem, dass die Anlage mit einem rund 50-jährigen Bestand langlebig und nahezu wartungsfrei sei.
Deutlich kämpfte Lamprecht gegen die im Stadtrat in die Diskussion gebrachte „billige“ Lösung an. Bei diesem Konzept würde eine Reihe von Nutzergruppen wegfallen. Eine Anlage sei aber nur dann optimal, wenn alle, vom Anfänger bis zum Profi, Anwendung fänden. „Die Mehrkosten sind bei dieser Haushaltslage zu rechtfertigen“, so ihr Fazit.
Stadträtin Brigitte Grohmann verwies auf die angespannte Situation der Kindertagesplätze. „Falls sich die Lage noch drastischer zuspitze, muss an einen Kindergartenneubau gedacht werden. Die Überlegung, das bisherige Pfarrhaus an der Johannesstraße umzubauen, wurde von den Freien Wählern formuliert“. Grohmann verdeutlichte aber auch, dass die Stadt schon Erfahrung mit einem sehr schnellen Neubau eines Kindergartengebäudes habe. Als Beispiel dafür nannte sie die Einrichtung an der Schubertstraße. (spr)
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