Stadt erhebt keine Klage

Der Bauausschuss hat Einverständnis signalisiert: In der Gersthofer Pension „Villa Toscana“ (Bild) werden weitere Zimmer für Übernachtungsgäste errichtet. Foto: Siegfried P. Rupprecht

Um Pensionszimmer ging es bei zwei Bauanträgen bei der letzten Sitzung des Bauausschusses der Stadt Gersthofen. Beiden Vorhaben stimmten die Gremiumsmitglieder zu, eines davon allerdings nur widerwillig.

Keine große Debatte gab es bei der Nutzungsänderung der Nebenräume der Feinkost-Vinothek in Pensionszimmer der Pension „Villa Toscana“ an der Donauwörther Straße. In dem bestehenden Gebäude sollen das Büro, Lager und Küche in Zimmer für Übernachtungsgäste umgewandelt werden.
Im Januar stellte der Eigentümer für das Gebäude bereits einen Bauantrag. Dieser wurde allerdings zurückgezogen und nun ein neuer eingereicht.

Baumaßnahmen nur im Innern

Das Stadtbauamt hatte das Vorhaben bereits städtebaulich beurteilt. Aus seiner Sicht konnte der Nutzungsänderung zugestimmt werden. Als Begründung wurde angeführt, dass das geplante Projekt sich nach Art und Maß in die umgebende Bebauung einfüge und die Baumaßnahmen nur im Inneren des Gebäudes stattfänden.
Durch die Nutzungsänderung in Laden und Vinothek wurde ein zusätzlicher Bedarf von einem und für die jetzt drei zusätzlichen neuen Betten zwei Stellplätze ermittelt. Diese insgesamt drei Stellplätze werden grundbuchrechtlich gesichert in der Donauwörther Straße 18 nachgewiesen.
Nach Unterlagen im Archiv war in der Tektur von 1990 zum letzten Mal ein Stellplatznachweis mit 30 Stellplätzen in der Tiefgarage und sechs entlang der Straße anerkannt. Als Bedarf wurden 30 Stellplätze angesetzt. Daraus ergebe sich ein Guthaben von sechs Stellplätzen, so das Bauamt.

Gemeindliches Einvernehmen verweigert

Differenzierter zeigte sich der Bauantrag an der Rettenberger Straße 13. Dort soll das bestehende Zweifamilienhaus in eine Pension umgewandelt werden. Zunächst war ein Domizil mit 20 Betten geplant. Zwischenzeitlich wurden sie auf 16 gesenkt. Das Dachgeschoss soll eine getrennte Wohneinheit werden. Bauliche Veränderungen sind am Haus nicht vorgesehen.
Für dieses Projekt hatte der Bauausschuss im März 2015 das gemeindliche Einvernehmen verweigert. Jetzt wurde das Vorhaben allerdings vom Landratsamt Augsburg genehmigt. Nun mussten die Ausschussmitglieder entscheiden, ob die Stadt Gersthofen innerhalb der Rechtsbehelfsfrist Klage gegen den Bescheid des Landratsamts erhebt.
Bei seiner Ablehnung des Bauantrags hatte sich der Ausschuss darauf gestützt, dass das Vorhaben im Geltungsbereich des Bebauungsplans R3 liege. Dieser setzt ein reines Wohngebiet fest.

Geringe Erfolgsaussicht

In seiner städtebaulichen Beurteilung war das Bauamt seinerzeit zu der Feststellung gekommen, dass in einem reinen Wohngebiet zwar kleine Betriebe des Beherbergungsgewerbes als Ausnahme zugelassen werden können. Bei der Beurteilung spiele jedoch die Anzahl der Betten sowie die umliegende Bebauung mit fast ausschließlich Einfamilienhäuser eine wichtige Rolle, machte das Bauamt aufmerksam. So entschied sich der Ausschuss damals gegen die Umwandlung in eine Pension.
Nun folgte der Bauausschuss dem Ratschlag der Bauverwaltung, von einer Klage gegen die Baugenehmigung durch das Landratsamt abzusehen. Die Aussicht auf Erfolg sei nicht sehr hoch, so das Resümee. (spr)
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