Stadtrat entscheidet über Schul-Handel: Wird der Gersthofer Festplatz zum Gymnasium-Standort?

Zieht das Paul-Klee-Gymnasium auf den Gersthofer Festplatz um? Am Mittwoch debattiert der Stadtrat über den dazu nötigen Grundstückstausch. Foto: Siegfried P. Rupprecht

Nein, in einem Festzelt werden die Gersthofer Gymnasiasten künftig nicht unterrichtet. Die Chancen für den Festplatz als Standort für die Schule stehen jedoch ganz gut. In der vergangenen Woche hat sich der Bauausschuss des Kreistages einstimmig dafür ausgesprochen, die bisherigen Pläne für eine Generalsanierung und Erweiterung des Paul-Klee-Gymnasiums aufzugeben. Nun wird ein Neubau angestrebt - auf dem Festplatz. Am Mittwochabend diskutiert der Gersthofer Stadtrat die Pläne.

Der Beschluss der Kreisräte gilt nur, wenn sich der Landkreis und die Stadt Gersthofen über einen Grundstückstausch einig werden. Der Festplatz, der der Stadt gehört, soll mit dem Areal getauscht werden, auf dem sich das alte Schulgebäude befindet. Jenes Grundstück, unweit des Festplatzes, ist im Besitz des Landkreises. Diesem Schul-Handel hat der Gersthofer Stadtrat im vergangenen Monat grundsätzlich bereits zugestimmt. Die Stadtverwaltung führte in der Folge "entsprechende Gespräche über die Tauschbedingungen mit dem Landkreis". Die "verhandelten Ergebnisse" werden in der Sitzung nun dem Stadtrat vorgelegt.

Das Gremium hatte einen Grundstückstausch jahrelang abgelehnt. Hintergrund für die Kehrtwende ist der Mangel an Platz für die Mittelschule, den Nachbarn des Paul-Klee-Gymnasiums. Deren Neubau ist bereits kurz vor dem Einzug schon wieder zu klein.

Stimmt der Stadtrat dem Tausch nun zu, heißt das freilich auch, dass die bisherigen Pläne für die Sanierung für den Papierkorb sind. Die Bauverwaltung des Landkreises listet die Nachteile eines Neubaus auf: Verlorene Planungskosten, verlorene Kosten für die Ertüchtigung des Bestandsgebäudes, wie etwa bereits erfolgte Brandschutzmaßnahmen, und ein Zeitverlust von zwei Jahren. Dennoch: Trotz der weit vorangeschrittenen Planung für die Generalsanierung "überwiegen die Vorteile eines Neubaus auf dem Festplatzgelände", resümiert die Bauverwaltung.

Für einen Neubau spreche vor allem, dass die teure Container-Lösung für die Auslagerung der Schule während der Sanierungszeit entfalle. 7,5 Millionen Euro würde ein Übergangsbau kosten. Als weitere Vorteile zählt die Bauverwaltung auf: Keine Behinderung des Bauablaufs durch schulische Belange, einen sicheren Baustellenbetrieb, keine Sportausfallzeiten, keine zusätzlichen Umzüge, eine höhere Förderung und die Möglichkeit einer nachhaltigeren Bauweise für den Neubau. (jaf)
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