Stimmig oder doch nicht?

Der Gersthofer Stadtrat hat sich im Rahmen der neuen Zentrumsgestaltung mit großer Mehrheit für die Variante C des Investors ausgesprochen. Doch eine schnelle Bebauung des „Lochs“ (Bild) ist damit nicht automatisch verbunden. Foto: Siegfried P. Rupprecht

Der Stadtrat in Gersthofen stimmte mit 22 zu 6 Stimmen für den Entwurf der Variante C zur neuen Innenstadtgestaltung und damit für den Abriss der historischen Strasser-Villa an der Bahnhofstraße. Die StadtZeitung lässt Befürworter und Ablehner zu Wort kommen.

Albert Kaps und Julia Romankiewcz-Döll (beide Pro Gersthofen) waren neben Klaus Greiner und Christian Miller (beide SPD), Günter Eikelmann (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Barbara Lamprecht (Freie Wähler) gegen die vom Investor Peter Pletschacher vorgelegte Variante C. Bei diesem Konzept rücke das neue Forum deutlich näher an die Bahnhofstraße heran, so Pro-Gersthofen-Sprecher Albert Kaps. „Zudem verengen die hohen Geschoße den Raum zwischen Forum und Strasser-Gaststätte.“
Pro Gersthofen plädierte für mehr Grün, mehr „Luft“ und „Freiheit“ im Zentrum. „Mehr Bäume müssen im Vordergrund stehen“, so Kaps. Wenn die Strasser-Villa stehen bleibe, habe man genau dies erreicht.
Für Kaps warf die Variante C Fragen auf: Können die Bus-Bucht und der bisherige Bus-Pavillon bestehen bleiben? „Natürlich nicht, es ist dafür kein Platz mehr da“, gab er gleich selbst die Antwort. Werde der Verkehr bei Tempo 20 – wie geplant - nicht doch in die Seitenstraßen der Bahnhofstraße ausweichen und dadurch zu einer Mehrbelastung der dortigen Anwohner führen? „Wir befürchten dies“, so Kaps.
Die Variante C werbe mit einem großen städtischen Platz. „Doch mitten drin ist die Tiefgaragenabfahrt. Diese muss dann verlegt werden.“ Für Pro Gersthofen „ein Millionenprojekt“. Mitten durch den großen Platz führe auch weiterhin die belebte Bahnhofstraße, deren Verkehr bis zu 80 Prozent aus Ziel-und Quellverkehr besteht. Kaps verwies auch auf die Verlegung des großen Kanals in der Bahnhofstraße. In der Vergangenheit sei dies als nicht machbar beziehungsweise nicht wirtschaftlich darstellbar gemacht worden.

„Zukunftsweisende Planungsbasis“

CSU-Fraktionsvorsitzender Max Poppe nannte die Variante C im Stadtrat dagegen einen „durchaus historischen Moment für die Stadt Gersthofen“. „Mit dem Richtungsentscheid zum Forum erreichen wir nach langem Ringen einen wichtigen Meilenstein beim Gesamtvorhaben Zentrumsabrundung. Wichtig unter anderem deshalb, weil mit dem Gebäude endlich auch die Umformung der Bahnhofstraße sowie die Schaffung eines Stadtplatzes in Angriff genommen werden kann.“
Die CSU-Fraktion hob deutlich hervor, dass damit eine zukunftsweisende und stimmige Planungsbasis für die folgenden Abstimmungsrunden mit dem Investor vorliege.

Kubatur maßvoll angeglichen

„Viele maßgebliche Kriterien des damaligen Eckdatenbeschlusses sind mittlerweile in der Planung berücksichtigt“, so der Fraktionschef weiter. „Entgegen den ersten Entwürfen enthält die Variante C nun zum Beispiel einen großen Anteil an Wohnungen, außerdem wurde die Kubatur maßvoll an die umliegende Bebauung angeglichen und auch die Schulstraße aus dem Erschließungskonzept herausgenommen.“ (spr)
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