Strasser-Villa: "Hände weg!"

Die Mitstreiter der Bürgerinitiative „Werte erhalten, Neues gestalten“ um Mitinitiator Altbürgermeister Siegfried Deffner fordern erneut den Erhalt der Strasser-Villa: (von links) Heinz Zettl, Fritz Steiner, Manfred Lamprecht, Werner Kamm, Gabriele und Andreas Hillebrand, Petra Deffner und Wolfgang Polster. Foto: Siegfried P. Rupprecht

Bei der Bürgerinitiative „Werte erhalten, Neues gestalten“ läuten nach Aussage von Manfred Lamprecht „die Alarmglocken“. „Scheinbar liebäugeln die CSU- und W.I.R.-Fraktion mit dem Abbruch der Strasser-Villa“, meinte er bei einem Pressegespräch, das er für den erkrankten Altbürgermeister Siegfried Deffner leitete. „Da die beiden Fraktionen eine knappe Mehrheit im Stadtrat haben, ist ein entsprechender Beschluss zu befürchten.“

Sollte dieser Beschluss Realität werden, ist für die Bürgerinitiative die weitere Vorgehensweise bereits in trockenen Tüchern. „Wir kämpfen erneut für den Erhalt der Strasser-Villa“, betonten die Mitstreiter unisono.
Kampferprobt ist die Initiative bereits. 2011 gelang es ihr innerhalb kurzer Zeit rund 3.000 Bürger der Stadt für den Erhalt der Villa zu mobilisieren. Aufgrund dieses gestarteten Bürgerbegehrens beschloss damals der Stadtrat mit 27:4 Stimmen, die Strasser-Villa im Eigentum der Stadt zu erhalten und nicht abzureißen.

Profitorientierter Investor contra Bürger

Für die Bürgerinitiative stellte sich nun die Frage, was bei den Fraktionen von CSU und W.I.R. der scheinbare Meinungsumschwung herbeigeführt habe. Ein Abriss der Villa käme nur auf Druck des Investors zustande, der angekündigt hat, ausschließlich unter dieser Voraussetzung zu planen, so Manfred Lamprecht. „Doch wessen Interessen vertreten nun die beiden Fraktionen: die eines Großinvestors mit maximalem Profitinteresse oder die der Bürger?“ wollte er wissen.
Der Zusammenschluss äußerte sich auch zur baulichen Nutzung des geplanten Einkaufszentrums: „Zu bevorzugen ist, dass die Wohnbebauung zu Lasten der Nutzung als Einzelhandelsverkaufsflächen erheblich favorisiert wird.“ Damit werde dem großen Bedarf an Wohnraum Rechnung getragen, die Verkehrsbelastung im Zentrum erheblich reduziert, die Innenstadt belebt und eine Gefährdung des City-Centers ausgeschlossen.

Stadt unter Druck

Und eine weitere Frage trieb die Initiative um. „Warum hat der Investor die Grundstück erworben und ist erst dann auf die Stadt mit seinen Nutzungswünschen herangetreten?“, fragte beispielweise Werner Kamm. Der umgekehrte Weg wäre der richtige gewesen. So setze er die Stadt unter Druck, resümierten die Mitstreiter.
Die Initiative will aber nicht als Scharfmacher gelten. „Mit etwas gutem Willen lässt sich der Erhalt der Strasser-Villa und die sinnvolle Bebauung des ,Lochs‘ durchaus vereinbaren“, meinte Fritz Steiner. Dies bestätige auch der unter Bürgerbeteiligung, mit Bürgerwerkstatt und einer Mehrfachbeauftragung an fünf Planungsbüros hervorgegangene Siegervorschlag der Morpho-Logic.
Die Initiative forderte die Stadtratsfraktionen auf, genau an dieser Stelle weiter zu arbeiten und nicht wieder den Abbruch der Strasser-Villa ins Spiel zu bringen. Letzteres würde Gersthofen und die Pläne zur Bebauung des „Lochs“ zurück ins Jahr 2011 versetzen, verdeutlichte Lamprecht.
Die Mitstreiter der Initiative appellierten eindringlich an die Gremiumsmitglieder: „Wir hoffen, dass es zu keiner Kampfabstimmung in der kommenden Stadtratssitzung kommt und sich eine Mehrheit für den Erhalt der Villa ausspricht.“

Von Siegfried P. Rupprecht
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