Vollabdeckung wird zugelassen

In den Gersthofer Friedhöfen dürfen Grabstätten künftig auch eine Vollabdeckung erhalten. Foto: Siegfried P. Rupprecht

Die Stadt Gersthofen hat auf die Veränderungen der Gepflogenheiten bei der Grabpflege reagiert. Der Werkausschuss entschied, dass Gräber künftig mit einer Sondergenehmigung komplett mit einer Steinplatte abgedeckt werden dürfen. Damit entfällt dort die Bepflanzung mit Grünschmuck. Die Neuregelung gilt künftig auf den Friedhöfen in Gersthofen, Hirblingen und Batzenhofen.

Immer wieder hatten in der Vergangenheit Grabbesitzer die Anbringung einer Vollabdeckung gefordert. Damit wollten sie einer intensiven Grabpflege entgegentreten. Die Gründe dafür waren in erster Linie alters- oder gesundheitlich bedingt, die eine intensive Grabpflege nicht mehr zuließen, oder weil die Grabbesitzer woanders wohnten und mit einer regelmäßigen Pflege überfordert waren. So kam vermehrt der Wunsch nach einer pflegeleichteren Grabstätte auf. Nicht selten folgen nach Ablauf der Ruhefrist auch Überlegungen, die Grabstätte gänzlich aufzugeben.
Nach der bisherigen Friedhofsnutzungssatzung war es - mit Ausnahme von zwei Feldern - jedoch nur möglich, eine sogenannte Teilabdeckplatte mit einer maximalen Abdeckung von zwei Dritteln der jeweiligen Grabfläche anzubringen. Eine Vollabdeckung wurde deshalb von der Friedhofverwaltung bislang immer abgelehnt.

Verärgerte Grabbesitzer

Das führte bei den Grabbesitzern häufig zu Verärgerungen. Zumal es im alten Gersthofer Friedhofsteil bereits vollflächige Abdeckplatten gibt, für die ein sogenannter Bestandsschutz gilt. Im Feld 15 und 16 im nördlichen Friedhofsteil griff diese Vorschrift allerdings nicht. Dieser Teil war nämlich bereits beim damaligen Satzungserlass für eine freiere Gestaltung vorgesehen.
Die vollflächigen Grababdeckungen werden nun in allen Feldern der Friedhöfe Gersthofen, Hirblingen und Batzenhofen gewährt. Damit soll auch der Tendenz zur Auflösung von Grabstätten zumindest teilweise entgegen gewirkt werden. Entsprechende Anträge können dann durch die Friedhofsverwaltung genehmigt werden.

Bürgerfreundliche Lösung

Die neue Friedhofsatzung wird derzeit erstellt. In ihr werden weitergehende Regelungen und Vorschriften eingearbeitet und an die aktuellen Rechtsprechungen angepasst. Bis die neue Satzung verabschiedet wird, werden Vollgrababdeckungen im Rahmen des sogenannten Sondergenehmigungsverfahrens nach derzeit gültiger Friedhofnutzungssatzung erlaubt. Da die Grabgestaltung ohnehin liberalisiert werden soll, werde damit eine bürgerfreundliche Übergangslösung erreicht, so die Verwaltung. (spr)
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.