W.I.R. für billigere Skatebahn

Der Jugendbeirat der Stadt Gersthofen (Bild) spricht sich bei der geplanten Skateanlage klar für eine teurere Lösung aus. Unser Bild zeigt das Gremium nach der konstituierenden Sitzung Ende 2013: (von links) Natascha Gardzielewski, Sophia Meitinger, Sonja Zerle, Vorsitzender Sven Orend, Anne Marie Finkemeier, Stefan Rößle und Osman Simsek. Archivfoto: Jukcic
 
W.I.R.-Fraktionsvorsitzender Georg Brem (Bild) ist der Meinung, dass für eine Skateanlage die im Haushalt der Stadt Gersthofen beschlossenen 350.000 Euro ausreichen müssen. Foto: Weiss

Nicht allen Mitgliedern im Gersthofer Stadtrat gefällt die teure Lösung der geplanten Skateanlage am Eichenlohweg mit fast 500.000 Euro Investitionskosten. Nun hat sich die zweitstärkste Fraktion im Gremium, W.I.R. (Wahl Initiative Richtungswechsel), zu Wort gemeldet. Aber auch der Jugendbeirat der Stadt legt eine Stellungnahme vor. Er spricht sich klar für den Bau des großen Konzepts aus.

„Wir sind der Meinung, dass die im Haushalt für 2016 beschlossenen 350.000 Euro für eine Skaterbahn ausreichen müssen“, so W.I.R.-Fraktionsvorsitzender Georg Brem gegenüber der StadtZeitung. Es wird immer so getan, als ob es unter dem Betrag von 500.000 Euro keine gute Skateanlage gäbe.“
Brem verweist auf die enorme Höhe, über welche Beträge man hier spreche und arbeite. „Man tut so, als wären 350.000 Euro nichts.“
Der Fraktionschef fordert vielmehr auf, die Situation ganz anders zu betrachten. „Wir sollten uns freuen, dass die Stadt bereit ist, den in unseren Augen sehr großen Betrag von 350.000 Euro für diese Bahn auszugeben. Wenn man die Jugendlichen fragt, ob sie eine Anlage für 500.000 oder für 350.000 Euro wollen, wären sie ja blöd, wenn sie den geringeren Betrag nehmen würden.“

Zu leichte Begründungen

Etwas pikiert zeigt sich Brem auch über die Aussagen der Stadträtinnen Barbara Lamprecht (Freie Wähler) und Julia Romankewicz-Döll (Pro Gersthofen). „Sie machen sich das schon ein bisschen zu leicht mit ihren Begründungen“, meint er.
Barbara Lamprecht hatte unter anderem gegenüber unserer Zeitung geäußert, dass das große Skateanlage-Konzept von Größe und Anforderungsprofil dem Gersthofer Einzugsbereich entspreche. Besonders begeistert war sie davon, dass hier alle Nutzergruppen gut aufgehoben seien (wir berichteten).
Julia Romankiewicz-Döll hatte der StadtZeitung gesagt: „Die Stadt Gersthofen ist in punkto Freizeitangebote mit seinen Jugendlichen in der Vergangenheit ein wenig ,stiefmütterlich‘ umgegangen.“ Mit der Skateanlage würde die Kommune einen Treffpunkt, der Generationen und Kulturen verbindet, kreieren.“ Zudem fügte sie an, dass die Frage nach der langen Lebensdauer und den geringen Folgekosten die Entscheidung für die große Lösung zusätzlich erleichtere.

Angebot erschreckend gering

Der Jugendbeirat der Stadt unter dem Vorsitz von Sven Orend macht aufmerksam, dass das Freizeitangebot für Jugendliche in Gersthofen „erschreckend gering“ sei. „Unser aktueller Aufgabenschwerpunkt ist daher die geplante Skateanlage, da dies eine gute Alternative für die Freizeitgestaltung der Jugendlichen darstellen würde“, so Orend.
Die nun vorhandenen, konkreten Pläne seien nicht nur durch den Jugendbeirat, sondern mit der zusätzlichen Unterstützung der Skater in einem monatelangen Prozess erarbeitet worden. „Der Ehrgeiz der Gersthofer Jugendlichen war bei den dafür durchgeführten Planungstreffen immens hoch“, heißt es in der Stellungnahme weiter. Dieses Engagement sei ein Paradebeispiel für die Einbeziehung der Jugendlichen in die Gestaltung ihrer Heimatstadt.

Lohnende und langfristige Investition

Der Jugendbeirat ist sich nach eigenen Worten „selbstverständlich darüber bewusst, dass dieses Großprojekt auch aus finanzieller Sicht zu betrachten“ sei. Eine Anlage in der jetzigen Preisklasse von rund 500.000 Euro stellt nach Meinung des Jugendgremiums allerdings „in keiner Weise eine überzogene oder für die Stadt unangemessene Utopie dar“.
„Viel mehr würde diese größere Anlage eine Mehrzahl an Nutzern ansprechen, von Jung bis Alt und von Anfängern bis hin zu Profis.“ Außerdem sei die Lebensdauer eines solchen Projekts mit bis zu 60 Jahren sehr hoch. Damit stelle sich die große Skateanlage als „eine lohnende und langfristige Investition für das Freizeitangebot der Stadt Gersthofen für Kinder, Jugend und Erwachsene dar“.

Von Siegfried P. Rupprecht
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