Wohnquartier statt Baumarkt

Ein Investor will auf dem ehemaligen Praktiker-Gelände (Bild) in Gersthofen ein attraktives Wohnquartier errichten. Foto: Siegfried P. Rupprecht

Das brachliegende Praktiker-Gelände im Süden von Gersthofen ist kein schöner Anblick. Das Gebäude steht seit rund drei Jahren leer. Auf den Parkflächen haben mittlerweile Gras, Disteln und Gestrüpp die Oberhand gewonnen. Nun hat der Planungsausschuss der Stadt Gersthofen beschlossen, für den dortigen Bereich den Bebauungsplan „Wohnquartier Römerstraße“ aufzustellen.

Planungsziel ist die Ausweisung eines verdichteten Wohnquartiers mit gemischten Nutzungsstrukturen im Erdgeschoss. Das Verfahren soll als sogenanntes „vorhabenbezogener Bebauungsplan“ ohne Umweltprüfung durchgeführt werden.
Von den Planern des Investors wurde für das Areal bereits eine Visualisierung für die Anordnung der Baukörper und die Höhe der Gebäude vorgelegt. Als städtebauliches Konzept solle entlang der Augsburger Straße im Westen und ein Teilstück im Süden als geschlossener Riegel ausgebildet werden, machte das Stadtbauamt aufmerksam.

Siebenstöckiger „Hochpunkt“

Die Höhe der Gebäude variiert im Norden mit vier Vollgeschossen. Im Westen wechselt sich eine vier- und fünfgeschossige Bauweise ab. Das südwestliche Eck soll als Hochpunkt sieben Geschosse erhalten. Danach folgt wieder ein Wechsel von vier und fünf Geschossen.
Die westlichen Punkthäuser seien fünfgeschossig geplant, so das Bauamt weiter. Der Übergang zu den östlich gelegenen Wohnhäusern bekomme als Abstufung Gebäude mit vier Geschossen. In der Mitte des Grundstücks solle ein zentraler, geschützter Innenraum entstehen.

Erschließung im Norden und Süden

Die Erschließung des Wohnquartiers erfolgt im Norden des Areals und im Süden über die Römerstraße. Die Stellplätze sollen überwiegend in einer Tiefgarage entstehen.
Der Flächennutzungsplan wird im Anschluss des Verfahrens angepasst. Auf die Festsetzung einer Gebietskategorie wird verzichtet und die überbaubare Grundstücksfläche, die Anzahl der Geschosse und Wandhöhen festgesetzt. Die Art der Nutzung mit deren Bandbreite wird im Durchführungsvertrag festgelegt. Die allgemeine Vorprüfung zur Umweltprüfung wurde bereits durchgeführt und das schalltechnische Gutachten erarbeitet.
Auf Wunsch des Investors sollte der Aufstellungsbeschluss gefasst und die frühzeitige Bürger- und Behördenbeteiligung zeitnah durchgeführt werden. Dem kamen die Mitglieder des Planungsausschusses nach. Die Entscheidung dazu fiel ohne Gegenstimme. (spr)
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