Zentrum der Begegnungen

Mit der Errichtung der Stadthalle sollte ein Zentrum der Begegnungen geschaffen werden. Heute – 20 Jahre später – hat sich der Musentempel in der Region längst durchgesetzt. Foto: Siegfried P. Rupprecht
Gersthofen: Stadthalle Gersthofen |

Bei der Einweihung der Stadthalle vor zwei Jahrzehnten gab es nicht wenige skeptische Stimmen. Die einen sprachen von einem „Millionengrab“, andere von „Überdimensionierung“ und „krampfhaftes großstädtisches Getue“. Doch dieser Kritik maßen damals weder Bürgermeister Siegfried Deffner noch Stadthallenleiter Helmut Gieber große Bedeutung zu. Sie sollten Recht behalten: Heute schreibt der Musentempel mit bislang rund 3500 Veranstaltungen und über 1,5 Millionen Besucher eine beeindruckende Erfolgsgeschichte.
Dies wurde auch beim Festakt zum 20-jährigen Bestehen der Halle mit der „Stadtkapelle“, den „Schwäbischen Musikanten“ sowie dem Comedy-Duo Herr und Frau Braun offenkundig.

So gratulierte eine Reihe von Prominenten der Stadt per Videobotschaft, darunter die bayerische Europaministerin Beate Merk, die Schauspielerin Katerina Jacob, Hans-Jürgen Buchner von der Kultgruppe „Haindling“ und Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl. Wie notwendig die Stadthalle gewesen sei, zeige deren heutiger Stellenwert, meinte Bürgermeister Michael Wörle.

Übrigens: Die Stadthalle war ursprünglich als Bürgerhaus konzipiert. In der Stadtratssitzung Ende Mai 1989 wurde beschlossen, die Planungsarbeiten für das Bürgerhaus durchzuführen.

In der Gremiumssitzung im September 1990 legten die Stadtväter dann die endgültige Planung fest und beschlossen die weiteren Planungsarbeiten freizugeben. Die Planung lag bei den Gersthofer Architekten Baierl und Öttl und dem Augsburger Architekturbüro Schulze und Partner, in Kooperation mit dem Baureferat der Stadt Gersthofen unter der Leitung von Stadtbaurat Hermann Meichelböck.

Der Spatenstich erfolgte im Dezember 1992, Mitte Mai 1994 die Grundsteinlegung und im Oktober 1995 schließlich die feierliche Einweihung. Dazu begrüßten die Stadtoberen einen hohen Gast: Hans Zehetmeir, Bayerns Staatsminister für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst hielt die Festrede.
Die Stadthalle wurde schließlich mit rund 40 Millionen Mark (20,4 Millionen Euro) das größte Bauvorhaben im Rahmen der damaligen Entwicklung „Zentrum Gersthofen“. Ziel war: Der Bau sollte ein Mittelpunkt für Kultur, Kunst, Kommunikation und kommerzielle Veranstaltungen werden.

Unverwechselbare Identität

Mit dem Bau der Stadthalle und des angrenzenden Stadtparks seien die Bauvorhaben auf der Südseite der Bahnhofstraße abgeschlossen, verdeutlichte damals Bürgermeister Siegfried Deffner. „Das historisch gewachsene Straßendorf Gersthofen hat damit eine eigene und unverwechselbare Identität und eine neue Mitte erhalten. Das vorrangige Ziel, ein Zentrum der Begegnungen zu schaffen, sei damit erreicht worden“, bilanzierte er.
Auch der damalige Bundesminister Theo Waigel war voll des Lobes über die Halle. „Der Bau besticht nicht nur durch seine räumliche Vielfältigkeit und technischen Raffinessen, sondern vor allem durch sein ästhetisches Profil und seiner rundum gelungene architektonische Gestaltung“, urteilte er.

Von Siegfried P. Rupprecht
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