Das Zauberwort heißt: Jugend

Blicken wieder optimistisch in die Zukunft: (von links) TSV-Fußball-Abteilungsleiter Klaus Assum, Stellvertreter Ulf Haas, Schriftführer Guido Meier, Spieler Max Reiser und Beirat Bernhard Binswanger. Foto: Siegfried P. Rupprecht
Gersthofen: TSV Gersthofen |

Der Fußball-Abteilung des TSV Gersthofen ist es gelungen, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Sie setzt auf solide Finanzen und auf junge Spieler vor Ort.

"Es liegt noch ein Riesenberg vor uns, noch vieles ist zu tun." Der Fußball-Abteilungsleiter des TSV Gersthofen, Klaus Assum, spricht klare Worte. Aber mit der jungen Truppe der ersten Mannschaft mache es viel Spaß. "Jetzt ist wieder eine positive Grundstimmung eingekehrt und auch die Bereitschaft, sich zu engagieren und die gemeinsame Sache voranzutreiben", ergänzt Assum-Stellvertreter Ulf Haas.

Das Zauberwort, das die TSV-Kicker optimistisch nach vorne blicken lässt, heißt Jugend. Der Verein setzt auf junge und hier vor allem auf einheimische Akteure. Auf Spieler, die bereits vorwiegend von Kindesbeinen beim TSV gespielt haben oder auf sogenannte "Heimkehrer", wie der jetzige Cheftrainer Eduard Keil, Roman Artes, Riccardo Nieddu oder Max Reiser. Mit diesen "Lokalmatadoren" startet der TSV einen Neuanfang.

"Mit diesem jungen Team richten wir unsere Zukunft aus", bestätigt dann auch Vorsitzender Klaus Assum. "Die Mannschaft kann so in den nächsten Jahren an Erfahrung gewinnen und spielerisch gedeihen."

Team mit "Gersthofer Gesicht"

So sieht es auch Cheftrainer Eddi Keil: "Wir sind stolz darauf, dass die Mannschaft wieder ein ,Gersthofer Gesicht' hat. Die jungen Spieler geben Gas, kämpfen und zeigen Leidenschaft." Damit habe der TSV mittlerweile wieder eine gute Außenwirkung erzielt.

Dieses positive Image zeigt sich auch darin, dass noch eine Reihe von Anfragen von ehemaligen Gersthofer Spielern eingegangen ist. "Wir haben sogar Absagen erteilen müssen, da der Kader voll ist", so der Cheftrainer zur neuen Situation.

Dabei haben die TSV-Fußballer vor noch nicht langer Zeit - wie es Klaus Assum bezeichnet - "jeden Bonus verspielt". "Wir hatten Finanz- und Steuerprobleme", gibt er offen zu. Das "Abenteuer Bayernliga" hatte nicht nur einen Schuldenberg von rund 200.000 Euro, sondern aus den Jahren 2007 bis 2011 allein 57.000 Euro Außenstände bei der Berufsgenossenschaft angesammelt.

Bevor die Insolvenz drohte, zogen die Vereinsmitglieder die Reißleine. Sie verabschiedeten mit der Zustimmung für eine Kreditaufnahme einen "Rettungsschirm" für die Fußballer.

Mit Kampfgeist Publikum gewinnen

Die neue Abteilungsleitung ist nun dran, das zerschlagene Porzellan wieder zu kitten. "Langsam geht es wieder bergauf", resümiert Assum. Der Neustart sei jedenfalls gelungen. Zudem sei die jetzige Bezirksliga Schwaben Nord für den TSV die richtige Liga.

Die sportlichen Ziele sind beim TSV klar umrissen. "Wir wollen über das Projekt ,Gersthofer Gesicht' sowie mit großem Kampfgeist wieder Publikum gewinnen", erklärt Eddi Keil. Die Platzierung sei zweitrangig. Nach einer kleinen Pause schränkt der Cheftrainer allerdings ein: "Oberste Priorität ist ein Nichtabstiegsplatz."

Wichtiger sozialer Aspekt

Trotz großem Lokalpatriotismus geht es jedoch nicht ohne Geld. Doch auch hier konnte die Fußball-Abteilung punkten und Sponsoren gewinnen. "Das Geld der Sponsoren ist wichtig, damit wir eine konsequente und erfolgreiche Jugendarbeit aufbauen, um damit den einen oder anderen Spieler den Sprung in die erste Mannschaft zu ermöglichen", sagt stellvertretender Abteilungsleiter Ulf Haas.
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