Asyl in Gessertshausen

Auf einem Wiesengrundstück zwischen Schulstraße und Schwarzach plant die Gemeinde Gessertshausen einen Wohnblock für 60 bis 70 Flüchtlinge. Später soll daraus günstiger Wohnraum entstehen. Foto: Gemeinde Gessertshausen

Jutta Kaiser-Wiatrek

In Bälde sollen nun auch in der Gemeinde Gessertshausen die ersten Flüchtlinge eintreffen. "Wir wissen weder den genauen Zeitpunkt, noch die Nationalitäten oder ob es sich um Familien oder alleinstehende Personen handelt. Wir rechnen aber bald mit dem Einzug", erklärt die erste Bürgermeisterin Claudia Schuster.

Zwar leben seit etwa zwei Jahren bereits etliche unbegleitete Jugendliche in der Gemeinde. Diese Zahlen werden aber der Jugendhilfe zugerechnet, so dass offiziell Gessertshausen noch keine Unterkünfte für Flüchtlinge angeboten hat. Auf die Neuankömmlinge habe sich die Gemeinde bereits intensiv vorbereitet. Wie die Bürgermeisterin mitteilt, sei die Hilfsbereitschaft in der Gemeinde sehr groß. Es gäbe Helferkreise, die Asylanten bei Behördengängen und beim Einkaufen unterstützen und ihnen Freizeitgestaltungsmöglichkeiten zeigen und sie damit in das Gemeindeleben integrieren wollen. Auch Dolmetscher für die schnelle und gute Verständigung wurden gesucht. "Wenn die Flüchtlinge kommen, können wir gleich starten. Wir haben alle Bedarfe abgedeckt. Wer noch helfen möchte, der kann sich an die Verwaltung wenden, die die Kontakte dann herstellt", erklärt Schuster.

Neben den derzeitigen Unterkunftsmöglichkeiten im Haus eines privaten Investors prüft die Gemeinde derzeit in der Schulstraße hinter einem bereits bestehenden Gemeindebau einen weiteren Wohnblock für etwa 70 Flüchtlinge. Zunächst soll das Gebäude für drei Jahre Flüchtlingen zur Verfügung stehen, anschließend soll daraus günstiger Wohnraum für die Bevölkerung entstehen, so der Plan, da es an Wohnungen in Gessertshausen, wo vordringlich Einfamilienhäuser stehen, mangele.

"Es soll ein ähnlicher Wohnblock werden wie der bereits bestehende, allerdings nur halb so groß", erklärt Schuster. Dies wäre der einzige machbare Standort, die Gemeinde plane auch keine weiteren Vorhaben, da mit diesen beiden Angeboten die Gemeinde die Quotenzahl - derzeit sollte jede Gemeinde drei Prozent der Bevölkerung an Flüchtlingen aufnehmen - erfüllt hätte. Sollte diese Zahl korrigiert und doch mehr Plätze benötigt werden, will auch Gessertshausen die Asylanten auf die einzelnen Ortsteile verteilen. Beschlüsse gibt es dafür noch nicht.

Doch stoße die Gemeinde bei ihren Bauplänen auf vehemente Widerstände der Anlieger. Etwa 350 Bürger hätten sich mit einer Unterschriftenliste gegen den "Bau eines Wohnblocks für etwa 70 Menschen" ausgesprochen. Als Argumente gegen den Hausbau wurde zum einen die Nähe zu bestehenden Gebäuden sowie die Lage im Überschwemmungsgebiet angeführt. Bürgermeisterin Schuster bestätigte, dass die Lage erst noch hinsichtlich eines "!hundertjährigen Hochwassers" (Haho 100) geprüft werden müsse und die Verwirklichung des Projekts deshalb eventuell nicht möglich sein könnte.
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