"Evas Töchter" ziehen im Volkskundemuseum ein

"Magdalena" von Gabriele Fischer.
 
"Adam und Eva jubilieren" von Agnes Keil. Fotos: pm


Die Schwäbische Galerie im Volkskundemuseum Oberschönenfeld präsentiert vom 28. Februar bis 10. April neue Werke der schwäbischen Künstlerinnen Gabriele Fischer, Agnes Keil und Christiane Osann.

Seit rund zwei Jahrzehnten sind Menschenbilder wieder ein großes zentrales Thema der bildenden Kunst. Unerschöpflich erscheint das Spektrum der zeitgenössischen Frauendarstellungen: von Figuren aus der Bibel und der Mythologie über Frauen in ihrer Körperlichkeit bis hin zur Thematisierung von Alltagssituationen. Die Ausstellung "Evas Töchter" zeigt neue Arbeiten von zwei Bildhauerinnen und einer Zeichnerin.

Die Zeichnungen und Collagen von Gabriele Fischer zeigen Prototypen aus dem Alten Testament. Sie greifen Geschichten auf, die oftmals nicht im Bewusstsein der Menschen von heute sind und uns doch in ihrer Allgemeingültigkeit ansprechen: die Frau als ebenbürtige Partnerin oder als Freundin, die eigene Interessen in den Hintergrund stellt. Meist handelt es sich um Menschen, die miteinander kommunizieren. Gabriele Fischer wurde1955 in Illertissen geboren, sie studierte an der Fachhochschule für Gestaltung in Augsburg. 2009 erhielt sie den Kunstpreis der Stadt Herrenberg im Bereich Zeichnung. Seit 2012 ist sie Dozentin an der freien Kunstakademie Augsburg. Gabriele Fischer lebt in Augsburg.

Die Bildhauerin und Tänzerin Agnes Keil setzt sich auf eine intuitive Weise in ihren Arbeiten mit Menschen- und insbesondere mit Frauenbildern auseinander. Sie zeigt in der Ausstellung Skulpturen aus zwei parallel entstandenen Werkgruppen. Aus einem Birkenstamm schuf sie Holzfiguren, die hier erstmals präsentiert werden. Einen anderen Aspekt zeigen die raumgreifenden und dynamisch geprägten Stahlskulpturen aus der Serie "Variationen zu Adam und Eva". Agnes Keil wurde 1970 in Stuttgart geboren. Nach einer Ausbildung an der Theaterakademie Spielstatt in Ulm studierte sie an der Fachschule für Holzbildhauerei in München. 1998 erhielt sie den Münchner Designpreis für die Arbeitsreihe "Möbelskulpturen", 2003 den Kulturpreis der Stadt Memmingen. Agnes Keil lebte von 1995 bis 2012 in Memmingen und ist seit 2012 in Engerazhofen bei Leutkirch ansässig.

Die Bildhauerin Christiane Osann befasst sich mit Menschendarstellungen und seit rund zehn Jahren überwiegend mit dem Thema Frauen. Dabei bringt sie erzählerische Aspekte ins Spiel. Jede Figur steht für sich, auch wenn sie im Kontext einer Gruppe auftritt. Ihre Skulpturen sind alle aus Holz, vornehmlich aus Lindenholz, gearbeitet und stellenweise gefasst. Immer wieder kommen auch weitere Materialien hinzu - wie beispielsweise Textilien, Haare oder Papier. Christiane Osann wurde 1975 in Stuttgart geboren. Sie besuchte die Berufsfachschule für Holzbildhauerei in Garmisch-Partenkirchen und studierte Freie Kunst an der Hochschule für Künste Bremen. 1999 erhielt sie das Leonardo da Vinci-Stipendium für Griechenland, 2004 ein DAAD-Stipendium für Bangkok. Mit dem Kunstförderpreis Kissing wurde sie 2007 ausgezeichnet. Christiane Osann lebt in Derching. (pm)
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