KiTa platzt aus allen Nähten

Die Kindertagesstätte Pusteblume in Gessertshausen platzt aus allen Nähten, eine fünfte Kindergruppe soll Abhilfe schaffen. Foto: Lang

Kein Platz mehr in der Kindertagesstätte: Gessertshauser Gemeinderat muss eine Lösung für fünfte Kindergartengruppe finden.

Die Bevölkerungszahlen der Gemeinde Gessertshausen sind zwar rückläufig, und daran wird sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern. Doch bereits bis Ende November vergangenen Jahres wurden 36 Kinder geboren. Diese Zahlen wirken sich in absehbarer Zeit direkt auf die Kindertagesstätte Pusteblume aus, die jetzt schon aus allen Nähten platzt und dringend eine fünfte Kindergartengruppe einrichten müsste.

Leiterin Petra Schlittenbauer erläuterte dazu den Mitgliedern des Ausschusses für Schule, Kultur und Sport kürzlich die derzeitige Belegung der Kindergartengruppen. In vier Gruppen werden jeweils 27 Kinder über drei Jahre betreut; die Betriebserlaubnis gilt jedoch maximal für 25 Kinder plus zehn Prozent je Gruppe. Bereits mit Beginn des Kindergartenjahres 2014/2015 seien alle Plätze inklusive der Reserve ausgeschöpft gewesen, ein Wechsel von der Kinderkrippe in den Kindergarten sei mangels Plätzen nicht möglich.

Der Gemeinderat verständigte sich dann darauf, dass Familien, deren Kind im laufenden Jahr von der Krippe nicht in den Kindergarten wechseln kann - davon waren sieben Kinder betroffen -, auch nur den Krippenbeitrag bezahlen müssen. Das pädagogische Konzept der Krippe wurde eigens für diese Kinder umgearbeitet. "Die Situation sowohl für uns Erzieherinnen als auch für die Eltern ist unbefriedigend. Wir arbeiten immer am Limit, das ist sehr strapaziös", so Petra Schlittenbauer. Auf Dauer seien 27 Kinder je Gruppe einfach zu viel, die Situation werde sich im Jahr 2015/2016 nicht ändern.

Zum Ende des Kindergartenjahres 2015 werden etwa 32 Kinder in die Schule wechseln, damit gebe es rein rechnerisch 32 freie Plätze. "Realistisch gesehen bleiben nach Abzug der Überbelegung noch circa sechs bis zehn Kindergartenplätze für insgesamt vier Kindergruppen übrig, wobei bereits jetzt fünf Anmeldungen vorliegen", rechnete die Leiterin vor. Zum Vergleich: 2014 wurden 18 Kinder für den Kindergarten angemeldet, die zuvor nicht die Krippe besuchten.

Die Ausschussmitglieder unter Vorsitz von Bürgermeisterin Claudia Schuster waren sich einig, dass der räumliche Notstand unbedingt behoben werden müsse. Ob nun ein Anbau, ein Container im Garten oder eine Außenstelle das Platzproblem beseitigen kann, darüber gingen die Meinungen auseinander. Als Empfehlung an den Gemeinderat sprach sich das Gremium dafür aus, dass eine fünfte Kindergruppe eingerichtet werden und die Verwaltung verschiedene Möglichkeiten und Kosten ausarbeiten soll.

Raumnot bei Mittagsbetreuung



Unter Raumnot leide auch die Mittagsbetreuung für die Grundschüler, machte deren Leiterin Brigitte Geis deutlich. Derzeit werden knapp 40 Kinder bis maximal 16 Uhr betreut, im neuen Schuljahr 2015/2016 werden es etwa 50 Kinder - davon 15 Erstklässler - sein, die in drei Räumen betreut werden. "Wir haben zu wenig Platz, die Kinder sollen ja auch in Ruhe ihre Hausaufgaben machen können oder im Gruppenraum gemeinsam spielen und entspannen", sagt Geis. Alle für die Mittagsbetreuung genutzten Räume seien ehemalige Klassenzimmer der Teilhauptschule, die aber zum Teil bereits nachmittags von Schulklassen oder anderen Gruppen genutzt werden. "Auf Dauer wird die Situation nicht besser", so Bürgermeisterin Claudia Schuster.

Ausschussmitglied Jürgen Mögele meinte, dass sich die Gemeinde schon sehr bald Gedanken machen sollte, ob nicht ein "Mehrgenerationenbau" zwischen Schule und Kindertagesstätte eine Möglichkeit wäre, der akuten Raumnot abzuhelfen und auch Vereinen und anderen Gruppen Räume zu bieten. Der Jugendrat hätte dazu Ideen entwickelt. Deshalb werde es demnächst dazu einen Info-Abend geben, versprach die Bürgermeisterin.
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