Trinkwasser Gessertshausen: Der Chlorgeschmack bleibt

Die Gemeinde Gessertshausen baut im Ortsteil Margertshausen einen neuen zentralen Hochbehälter. Er wird aber erst bis 2018 betriebsbereit sein. Hier zeigt Bürgermeisterin Claudia Schuster den zu ersetzenden Hochbehälter in Margertshausen. Foto: Kaiser-Wiatrek


"Ich werde derzeit von den Gessertshauser Bürgern immer als Erstes auf unser Trinkwasser-Problem angesprochen", erklärt Bürgermeisterin Claudia Schuster. 800 Haushalte sind von dem Verkeimungsfall in Deubach und Umgebung, der vor einigen Wochen zu Tage kam, betroffen. Die Abkochverordnung konnte inzwischen aufgehoben werden. Dem Wasser wird aber weiterhin sicherheitshalber Chlor beigemengt, um auszuschließen, dass sich weiter krank machende Keime in den Leitungen ausbreiten.

Bereits vor zwei Jahren schreckte die Gessertshauser Bürger die Nachricht, dass im Trinkwasser coliforme Bakterien gefunden worden waren, auf. Auch damals musste das Wasser abgekocht werden. Nach etwa acht Wochen war klar, dass am Ortsrand von Deubach von außen Wasser in das Netz gedrungen war. Es wurden sämtliche Hausinstallationen des betroffenen Gebiets überprüft, ob die Anlagen vorschriftsmäßig installiert worden waren. Beide Kammern des Hochbehälters Deubach wurden gereinigt und abgedichtet, es erfolgte eine Luft-Wasser-Spülung des Leitungsnetzes, eine Prüfung der Aufbereitungsanlage und eine Überprüfung der Leitungen auf Dichtigkeit. Wahrscheinlich ist, dass sich mehrere Effekte überlagert haben und so die Verkeimung hervorgerufen wurde. Im Hochbehälter Deubach waren einige Insekten gefunden worden, außerdem befanden sich deutliche Eisen/Mangan-Ablagerungen im Trinkwassernetz, die eine Verkeimung begünstigen.

Die betroffene Kammer wurde gesäubert und abgedichtet. Auch die Überprüfung der Hausanschlüsse brachte schlechte Ergebnisse. Bei einem Drittel aller Anschlüsse sei das zwingend notwendige KFR-Ventil, das den Rücklauf von Abwasser ins Trinkwasser verhindern soll, kaputt oder manchmal gar nicht vorhanden. "Durch nicht vorschriftsmäßig ausgeführte Hausanschlussinstallationen können Rückwirkungen ins Trinkwassernetz entstehen, und so Verkeimungen aus einer Hausinstallation in das Netz gelangen. All dies hat vermutlich zusammengewirkt und so die Verkeimung ausgelöst", erklärt Schuster.

Diesmal muss das Problem aufwändiger angepackt werden, denn auch das Leitungsnetz und die Hochbehälter sind marode. 2012 hatte die Gemeinde Gessertshausen ein umfangreiches Sanierungskonzept verabschiedet. Diesen begonnenen Fahrplan zur Sanierung will sie in den kommenden Monaten und Jahren konsequent durchziehen. Notwendig wird eine grundlegende Erneuerung aller technischen Anlagen in den nächsten Jahren. Zurzeit ist der zentrale Hochbehälter in Margertshausen im Bau. Dieser soll die drei sanierungsbedürftigen bisherigen Hochbehälter ersetzen. Allerdings wird es noch bis 2018 dauern, bis dieser in Betrieb gehen wird. (Jutta Kaiser-Wiatrek )
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.