Die Gessertshauser Wasserversorgung ist marode - eine Bürgerinitiative fordert: „Tut was und das sehr schnell“

Engelbert Kugelbrey und Robert Kastl, die Initiatoren der Initiative zur Sanierung der Wasserversorgung in Gessertshausen fordern die Gemeinde auf endlich im Sinne der Bürger zu handeln. Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek


Der Geduldsfaden der Gessertshauser Bürger ist straff gespannt und kurz vor dem Reißen. Mehrfach mussten sie in den vergangenen Jahren eine Verunreinigung ihres Trinkwassers sowie ein Abkochgebot sowie die Chlorung zur Desinfektion der Leitungen und zum Abtöten der Keime hinnehmen. Die massiven Wasserprobleme im Wassernetzt der Gemeinde sind lange bekannt, es wurde aber über Jahre hinweg nichts getan. Die Gessertshauser sind sich einig, dass dringend intensive Maßnahmen für die Infrastruktur der Wasserversorgung der Gemeinde ergriffen werden müssen.

Jetzt haben Engelbert Kugelbrey und Robert Kastl im Rahmen der von ihnen erst kürzlich gegründeten "Initiative zur Sanierung der Wasserversorgung in Gessertshausen" mehr als 500 Unterschriften gesammelt und diese in der vergangenen Gemeinderatssitzung an den Ersten Bürgermeister Jürgen Mögele übergeben. Dabei forderte die Gruppe die Gemeinde auf, unverzüglich die erforderlichen Maßnahmen zur Sanierung des Trinkwassernetzes zu ergreifen. "Ziel muss es sein, den Gemeindebürgern so schnell wie möglich wieder sauberes Trinkwasser ohne Chlor zur Verfügung zu stellen", formulierten sie ihre Erwartungen und sind der Ansicht, dass die hierfür erforderlichen Investitionen vorrangig gegenüber anderen geplanten neuen Investitionsvorhaben der Gemeinde im Haushalt zu veranschlagen seien.

Dass das Thema drängt, wurde durch die Ausführungen verschiedener anwesender Betroffener deutlich. Gerade in Haushalten mit Kleinkindern und Senioren verdeutlichen sich massive Nachteile der Chlorung. "Wir werden ständig ein wenig vergiftet", beklagten sich die Bürger aus dem betroffenen Ortsteil Deubach und Teilen Gessertshausens. Viele Nutzer des gechlorten Wassers haben inzwischen mit Hautauschlägen und Ekzemen darauf reagiert und mussten sich in ärztliche Behandlung begeben. Kugelbrey berichtete sogar von dem Extremfall einer Bürgerin, die nach dem Duschen an Atemnot gelitten habe. Hinsichtlich der gesundheitlichen Beeinträchtigungen, so ist sich Kugelbrey sicher, komme noch einiges auf die Gemeinde zu. Vom Landratsamt habe er erfahren, dass Chlordämpfe sogar Beton angreifen. "Da kann mir niemand erzählen, dass diese Chlorung keine Schäden anrichtet", so Kugelbrey. Jetzt wünschten sie dringende Aufklärung, wie es weiter gehen soll.

Eine Zapfstelle am Bahnhof, an der die Bürger sich Frischwasser holen können, sehen diese als absolute Zumutung an, insbesondere, da sie zusätzlich verärgert seien, dass gerade in dieser prekären Situation die Wasserkosten um 25 Prozent von der Gemeinde erhöht wurden. "Die Gemeinde muss für eine andere Möglichkeit sorgen, wie wir weniger gesundheitsschädliches Wasser erhalten können", sind sie sich einig. "Tut was und das sehr schnell", forderte die Initiative "Sauberes Trinkwasser für Gessertshausen/Deubach - ohne Chlor" jetzt massiv.

Jürgen Mögele informiert

Bürgermeister Jürgen Mögele, der sich erst vier Wochen nach seinem Amtsantritt bereits der Verärgerung der Bevölkerung stellen muss, gab daraufhin eine Einladung an alle Betroffenen und Interessierten aus. "Transparenz ist oberstes Gebot", so seine Ansicht und deshalb will er am Donnerstag, 15. Dezember, um 19 Uhr in der Schwarzachhalle den Bürgern Rede und Antwort hinsichtlich der maroden Infrastruktur der Wasserversorgung der Gemeinde Gessertshausen sowie der zu erwartenden Kosten stehen. Vorlegen will er dann auch eine Analyse für Margetshausen und Wollishausen. (Jutta Kaiser-Wiatrek )
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