Die Wasserversorgung in Gessertshausen hat oberste Priorität

Bei den Notfallmaßnahmen am Gessertshauser Wassernetz treten immer wieder unvorhergesehene Probleme auf. Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek


Wenig Erfreuliches hatten Andrea Wörle von den Stadtwerken und Marc Schlachter vom Gesundheitsamt zu berichten, als sie auf Einladung von Bürgermeister Jürgen Mögele in Gessertshausen waren, um Klarheit und Transparenz hinsichtlich der Notfallmaßnahmen an der Wasserversorgung Gessertshausens zu schaffen.

Ständige Überraschungen und höchste Schwierigkeiten hatten die Bauarbeiten begleitet, die seit Mitte Februar laufen. "Das Planwerk stimmt in keiner Weise mit den Gegebenheiten unter der Erde überein", so berichtete Wörle von immensen Hindernissen. Trotzdem wäre man im Zeitplan. Auch der Bau einer 170 Meter langen Streckenleitung im Grasweg sei inzwischen beendet.

Das Gesundheitsamt hatte angeordnet diese Leitung neu zu bauen, da hier keine Spülung möglich gewesen wäre. Es wird angenommen, dass einst irgendein Anwohner diese Leitung verlegt hatte. Darüber gibt es allerdings keine Unterlagen.

Leitungen bergen viele Hindernisse

Vielfältige Probleme bestätigte Wolfgang Huber von der Bauüberwachung, die mittlerweile fast den ganzen Tag vor Ort sei. "Die Wasserleitungen liegen nicht dort, wo sie laut Plan liegen sollen", fasste auch er zusammen. Oft liegen die Rohre auch außergewöhnlich tief. Kürzlich kam es in der Waldstraße deshalb zu einem Rohrbruch mit Überschwemmung - eine Notsperrung war notwendig.

Laut Planung ab Mai wieder chlorfreies Wasser

Dennoch waren die Fachleute der Stadtwerke zuversichtlich in diesen Tagen mit der Spülaktion beginnen zu können. Diese wird etwa zweieinhalb bis drei Wochen dauern, dann will man aus der Chlorung aussteigen. Es wird aber darauf aufmerksam gemacht, dass das Wasser nicht direkt nach der Spülung wieder freigegeben werden kann. Laut Zeitplan soll es im Mai wieder chlorfreies Wasser geben. Es wird weiterhin engmaschig kontrolliert und beprobt, um im Fall einer erneuten Verkeimung sofort reagieren zu können. Schlachter schließt nicht aus, dass es dann erneut zu Lautsprecherdurchsagen der Freiwilligen Feuerwehr kommen könnte. Er beruhigt aber, dass es sich dann nur um kurzfristige Maßnahmen handele, mit welchen das aufgetretene Problem schnell in Griff bekommen würde. Derzeit ist die Beprobung der Wasserqualität erfreulicher Weise gut.

Bisher und weiterhin gilt niedrigste notwendige Chlorkonzentration

Hinsichtlich der Chlorung war zu erfahren, dass man sich bemühe den niedrigst notwendigen Wert der Chlorkonzentration zu verwenden. Die Chlorung bewege sich zwischen dem Mindestgehalt von 0,10 und 0,3 mg. Dies unterliege einer täglichen Prüfung in einem unabhängigen Labor. Alle Widernisse schlügen sich sicherlich auch auf die Kosten nieder, ist sich Schlachter sicher, so dass sich der Gemeinderat sicherlich mit Mehrkosten der Notfallmaßnahmen anfreunden müsse.

Versäumnisse der Vergangenheit nachholen: Verlässliche Pläne der Leitungen erstellen

Auch der Überwachungsplan werde teurer. Robert Hörmann, Abteilungsleiter der Stadtwerke betonte, dass alle Beteiligten sich größte Mühe geben, die Situation bestens zu meistern. Er erklärte, dass hier Vergangenheitsbewältigung betrieben werde und diese auch weiter zu betreiben sei. Versäumnisse liegen hier 20 oder 30 Jahre zurück. Zu dieser Zeit wurden keine entsprechenden Aufmaße und Pläne angefertigt. Jetzt bemühen sich die Fachleute eine solide Information für die Nachwelt zur erstellen. Hörmann betonte, dass die derzeit erledigten Maßnahmen immer noch nur eine Notfallmaßnahme ist. Von der Sanierung der Trinkwassernetze könne man noch nicht sprechen.

Ein Gesamtbetrag der Kosten für die Notfallmaßnahmen könne nicht genannt werden. "Jeden Morgen kann es ein Stück teurer werden, wenn schon wieder etwas nicht passt", erklärte Schlachter. (Jutta Kaiser-Wiatrek )
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