Gessertshausen hat gewählt

Jürgen Mögele feiert vor dem Rathaus mit Frau Stefanie und den beiden Töchtern Lara und Julia. Der 40-jährige wird am 2. November das Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Gessertshausen übernehmen. Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek


Gessertshausen hat am Sonntag gewählt und sich für einen neuen Bürgermeister entschieden. Mit 50,8 Prozent der Stimmen haben die Wähler für Jürgen Mögele gestimmt. Er löst am 2. November Claudia Schuster im Amt des Bürgermeisters von Gessertshausen ab.

Er habe in den vergangenen Wochen bereits bei den Gesprächen mit den Bürgern eine enorme Akzeptanz erfahren, so dass er bereits im Innern annähernd mit diesem Ergebnis gerechnet habe, erklärte Mögele. Politprofis hatten ihm zwar immer wieder gesagt, dass er diesen Schritt nicht beim ersten Mal schaffen würde. "Ich war aber gerade in den letzten Tagen durch den Zuspruch bei vielen Begegnungen fast schon euphorisch", freute er sich, dass er zu Recht mit dem Gedanken gespielt hatte, den Bürgermeistersessel zu übernehmen. "Ich habe mir das einfach gerne vorgestellt", sagt er und lacht.

Jetzt sieht er mit Freuden dem Tag entgegen, an dem er die Amtsgeschäfte im November aufnehmen wird und als Bürgermeister für seine Bürger da sein kann. Für seine Gegenkandidatin Schuster ist er voll des Lobs. "Sie hat ihre Sache gut gemacht", meinte er, ist aber sicher, dass er das Amt auf eine andere Art führen wird.

Zusammen mit seiner Familie und Parteifreunden feierte er mit Sekt und viel guter Laune. Der anstrengende Wahlkampf war vergessen, er fühlte sich fitter denn je. Dennoch möchte er vor Amtsantritt mit seiner Familie einige Tage in Urlaub fahren und sich dann vor allem dem vordringlichen Problem der Gemeinde, der Wasserversorgung, widmen. Auch das Thema Umfahrung will er nochmals angehen.

"Das ist sehr bedauerlich", erklärte Claudia Schuster, hinsichtlich des Wahlergebnisses, die auch von der SPD und den Grünen im Wahlkampf unterstützt worden war. Sie dankte ihren Wählern für das entgegengebrachte Vertrauen. "Es waren doch viele", meinte sie. Anzunehmen ist, dass das Thema Wasserversorgung der Gemeinde sie wichtige Stimmen gekostet hat. In den vergangenen Jahren, gerade auch in den letzten Monaten, als im Ortsteil Deubach wiederholt das Trinkwasser lange abgekocht und anschließend gechlort werden musste, war klar geworden, dass massive Versäumnisse bei der Instandhaltung passiert waren. Dies lag aber weit vor Schusters Amtszeit und war ihr nicht anzulasten.

Dennoch zeigt das Ergebnis des Ortsteils Deubach mit 225 zu 203 deutlich mehr Stimmen für Mögele. Noch gravierender ist die Wahl für ihn im Ortsteil Deubach mit 268 zu 116 Stimmen ausgefallen. Auch die Briefwahl fiel mit 231 zu 210 Stimmen für Mögele aus.

Die Mehrheit erringen konnte dagegen Schuster in den beiden Stimmbezirken von Gessertshausen sowie in Döpshofen und Wollishausen. Die Wahlbeteiligung lag trotz strömenden Regens bei 67,7 Prozent. Damit waren fast so viele Wähler zur Wahlurne geschritten, wie vor sechs Jahren.

"Man rechnet bei einer Wahl mit allem Möglichen", hat Schuster schon verschiedene Optionen für die Zukunft im Auge. Zunächst aber möchte sie ihre Amtsgeschäfte ordnungsgemäß zu Ende führen und anschließend in Urlaub gehen. "Der Wahlkampf hat viel Zeit und Kraft gekostet", erklärte sie. (Jutta Kaiser-Wiatrek )
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