Gessertshausen: Pro Kopf 74 Euro Schulden

Mit Kosten in Höhe von fast 90 000 Euro liegt die Schwarzachtalhalle schwer im Budget der Gemeinde Gessertshausen. Foto: Kaiser-Wiatrek

Der Haushalt Gessertshausen sieht mehr Investitionen in der Gemeinde vor. Schwerpunkt sind die Kosten für die Mittagsbetreuung, deren Defizit sich auf fast 38.000 Euro beläuft.

Das Volumen des Gesamthaushalts der Gemeinde Gessertshausen für das Jahr 2015 steigt von 8,3 Millionen Euro auf 10,3 Millionen Euro. "Der höhere Ansatz als im vergangenen Jahr liegt am Vermögenshaushalt. Dieser hat sich fast verdoppelt, da in diesem Jahr mehr Investitionen getätigt werden", erklärt die erste Bürgermeisterin Claudia Schuster.

Während der Verwaltungshaushalt mit einem Überschuss von 472.000 Euro abschließt, steigt der Vermögenshaushalt um über 80 Prozent auf über drei Millionen Euro. Schwerpunkte im Verwaltungshaushalt liegen beim Brandschutz, bei den Kosten für die Mittagsbetreuung, deren Defizit sich auf fast 38.000 Euro beläuft. Für das kommende Schuljahr ist mit einem weiteren Anstieg der zu betreuenden Schüler zu rechnen. Das Angebot soll deshalb weiter ausgebaut werden.

Ab dem neuen Kindergartenjahr 2015/16 erhält die Kindertagesstätte "Pusteblume" eine fünfte Gruppe. Damit steigen nicht nur die Unterhaltskosten für die Einrichtung, sondern auch Kosten für die dafür nötigen Wohncontainer sowie deren Ausstattung. Mit 110.000 Euro schlagen die Anschaffungen der Container einschließlich deren Verbindungsgänge zu Buche, mit 35.000 Euro die Grundausstattung der neuen Räume.

Die Vergrößerung der Kindertagesstätte zieht als Konsequenz weitere Personalkosten in Höhe von 60.000 Euro nach sich. Vorsichtshalber wurde hinsichtlich des Tarifstreits im Erziehungssektor der Ansatz um 5.000 Euro erhöht.

Auch beim Straßenbau erhöht sich der Ansatz, erklärt die Bürgermeisterin. Für den Straßenerhalt und die Instandhaltung von Kanaldeckeln und -schächten sind 150.000 Euro im Haushalt vorgesehen. Relativ teuer kommt der Gemeinde Gessertshausen der Unterhalt der Schwarzachtalhalle in Höhe von 87.500 Euro.

Als Einnahmen der Wasserversorgung rechnet die Gemeinde Gessertshausen mit 292.800 Euro, dem gegenüber stehen Ausgaben in Höhe von 549 600 Euro. Damit entsteht ein Defizit von 256.800 Euro. Hier sieht Bürgermeisterin Schuster die dringende Notwendigkeit für den Gemeinderat, sich mit einer möglichen Gebührenerhöhung zu beschäftigen, da auch in den kommenden Jahren in diesem Bereich mit hohen Ausgaben zu rechnen sei.

Der Großteil der Einnahmen der Gemeinde besteht aus dem Gewerbe- und Einkommensteueranteil. Dabei hat die Gemeinde Gessertshausen eine etwas geringere Steuerkraft als der Landesdurchschnitt. Die Schlüsselzuweisungen sind in diesem Jahr um 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Während der Verwaltungshaushalt gegenüber 2014 leicht gestiegen ist, zog der Vermögenshaushalt durch Investitionen deutlich mehr an, als im letzten Jahr.

Rund 2,8 Millionen Euro und damit 90 Prozent des Vermögenshaushalts werden in diesem Jahr in die Gemeinde investiert. Vordringlich handelt es sich dabei um Baumaßnahmen, wie dem Anbau eines Feuerwehrgerätehauses in Deubach, der Kindergartenerweiterung, der Sanierung eines Wohnblocks sowie einen Anbau an die alte Schule in Deubach. Hier sollen mehrere heimatlose Vereine eine Unterkunft finden. Enthalten sind auch Planungsmittel für die geplanten Hochbehälter. Sicherheitshalber wurde auch das Bürgerhaus, für das es noch keinen Beschluss gibt, berücksichtigt.

Im Bereich Tiefbau wurde vordringlich Geld für den Straßenbau eingesetzt wie die Sanierung der Ortsdurchfahrt Margetshausen. Große Punkte sind auch die Ausgaben für die Erschließung des alten Bahnhofs mit Ausgaben in Höhe von 400.000 Euro sowie für die Straßenerschließung des Baugebiets in Döpshofen in Höhe von 120.000 Euro.

Zu den Anschaffungen gehören auch der Bürgerbus und ein neues Bauhoffahrzeug. Es wurden auch Mittel für die Reaktivierung der Staudenbahn vorgesehen. "Hinsichtlich der Staudenbahn gibt es positive Signale", erklärte Bürgermeisterin Schuster.

Der Pro-Kopf-Schuldenstand ist in der Gemeinde Gessertshausen mit 74 Euro relativ niedrig. Bis zum Jahresende wird sich dieser aber auf circa 185,83 Euro erhöhen. Das liegt an dem neu aufgenommenen Kredit in Höhe von 500.000 Euro. "Es macht Sinn bei dem sehr günstigen Zinssatz einen Kredit aufzunehmen", so Schuster.

Für die Bürgermeisterin sind die wichtigsten Aufgaben in den nächsten zwölf Monaten vor allem die Thematik Wasserversorgung und die Kindergartenerweiterung. Eine Entscheidung hinsichtlich der Sanierung der Hochbehälter und des Standorts wird Ende Juli fallen. Die Diskussion über das angedachte Bürgerhaus ist für Schuster noch Zukunftsmusik.
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