Gessertshausen schrumpft

Auch die Schwarzachhalle war Thema bei den Bürgerversammlungen. Foto: Lang

Sinkende Bevölkerungszahlen, unbebaute Grundstücke und der Brandschutz der Schwarzachhalle beschäftigten die Bürger bei den Versammlungen in der Gemeinde Gessertshausen.

Die Schwarzachtalgemeinde hat ein Problem: die Bevölkerungszahlen sind rückläufig, und daran werde sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern. Aktuell leben in Gessertshausen 4152 Bürger, im Jahr 2021 werden es wohl nur noch 4110 sein, obwohl heuer bereits bis Ende November 36 Kinder geboren wurden, sagte Gessertshausens Bürgermeisterin Claudia Schuster in den Bürgerversammlungen. Dennoch konzentriere man sich darauf, die Entwicklung der Gemeinde voranzubringen; allerdings sei dies von vielen Faktoren abhängig.

In ihrem Rechenschaftsbericht erläuterte die Bürgermeisterin nicht nur die Bevölkerungsentwicklung. Auch der kommunale Haushalt und die gemeindlichen Einrichtungen, die Bauvorhaben und Sanierungen an Straßen und Gebäuden sowie die Aktivitäten der Feuerwehren, der Bürgerstiftung, der Arbeitskreise, des Jugend- und des Seniorenrates und des Ferienprogramms listete die Gemeindechefin auf.

Finanziell stehe die Kommune auf sehr soliden Beinen, seit dem Jahr 2011 konnte die Verschuldung von 740 000 Euro auf 304 000 Euro zum Jahresende 2014 gesenkt werden; "das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von knapp 75 Euro", rechnete Schuster vor. Sehr gut ausgelastet sei die Kindertagesstätte, es gebe vier Kindergarten- und zwei Kinderkrippengruppen. Hinzu komme eine Mittagsbetreuung an der Schule für derzeit 39 Kinder.

Alle Freiwilligen Feuerwehren konnten heuer mit neuen Digitalfunkgeräten ausgerüstet werden, dafür investierte die Gemeinde knapp 60 000 Euro, so Schuster. Ein Sorgenkind war die Schwarzachhalle, bei der seit 2011 Zug um Zug die gesetzlich vorgeschriebenen Brandschutzmaßnahmen umgesetzt werden mussten. Aber auch defekte oder nicht eingebaute Brandschutzklappen mussten neu eingebaut und Brandschutzverkleidungen erneuert werden.

Ein wichtiger Punkt der kommunalen Vorsorge sei ausreichend Wohnraum für neue Bürger. Insgesamt gebe es 200 Grundstücke im gesamten Gemeindegebiet, die nicht bebaut seien, sagte die Bürgermeisterin. Man arbeite deshalb an einem Flächenmanagement und Leerstellenkataster und sei mit Grundbesitzern im Gespräch.

Bei allen Bürgerversammlungen hatten die Mitglieder der jeweiligen Arbeitskreise zur Gemeindeentwicklung Gelegenheit, über den aktuellen Stand ihrer Arbeit zu berichten. Auch die Ortsumfahrung B 300 sowie der Hochwasserschutz an der Schwarzach waren zentrale Themen, welche die Bürger bewegten.
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