In Gessertshausen dreht sich alles ums Wasser

An jeder Ecke arbeiten in Gessertshausen derzeit Fachfirmen, um Schäden am Trinkwassernetz zu beheben. An dieser Baustelle in Deubach wurden Hydranten und Schieber gesetzt. Der Gessertshauser Bürgermeister Jürgen Mögele, Wolfgang Huber, Bauüberwachung, Max Kugelbrei, Firma Steiner und Marc Schlachter, zuständiger Hygienekontrolleur, (von links) machten sich ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten. Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek


Zahlreiche Baustellen zeugen im Ortsteil Deubach und Teilen Gessertshausens derzeit davon, dass mit Hochdruck an der Sanierung der Wasserversorgung der Gemeinde Gessertshausen gearbeitet wird. Die nach dem Verkeimungsfall in Deubach notwendig gewordene Chlorung des Trinkwassers soll, so das Ziel der Stadtwerke Augsburg, des Gesundheitsamts Augsburg-Land und von Bürgermeister Jürgen Mögele, bis Mai aufgehoben werden können. Aber auch dann, wenn die Betriebssicherheit wieder gewährleistet ist, kann eine nochmalige kurzzeitige Chlorung notwendig werden.

"Es ist normal, dass nach einer Aufhebung nochmals bei den zahlreichen Beprobungen Keime gefunden werden und eventuell nochmals kurzzeitig gechlort werden muss", erklärte Wolfgang Huber von der Bauüberwachung des Gesundheitsamts Augsburg-Land. Bei den zahlreichen Eingriffen in das Ortsnetz könne dies trotz strengster Kontrollen passieren. Die Bürger würden in diesem Fall aber nicht allzu lange belastet. Huber rechnet dann mit zwei bis drei Tagen. Derzeit werden in Deubach und Gessertshausen im Wohngebiet auf Höhe der Tierklinik 17 Kilometer neue Leitungen gelegt und 20 Unterflurhydranten und 24 Schieber eingebaut. Anschließend erfolgt eine Rohrnetzspülung mit Luft-/Wasserspülung. Durch diese Maßnahme könnte es um den 1. April drei Wochen lang zu zeitlichen Wassersperrungen für die Anwohner kommen, machte Bürgermeister Mögele bereits auf einige Einschränkungen aufmerksam. Die Hydranten- und Schiebersetzung koste die Gemeinde Gessertshausen 180 000 Euro, war von Mögele zu erfahren. Die Kosten für die Rohrspülung sind noch nicht bekannt. Seit Juli vergangenen Jahres laufen allerdings zusätzliche Kosten im Hinblick auf die Chlorierung auf, deren Höhe ebenfalls noch nicht beziffert werden kann.

Das Thema wird aber auch mit Abschluss dieser Maßnahmen die Gemeinde und ihre Bürger noch längere Zeit, wahrscheinlich viele Jahre, begleiten. Es muss einfach angepackt werden. In den kommenden Jahren soll ein im Jahr 2012 verabschiedetes umfangreiches Sicherheitskonzept für die ganze Gemeinde konsequent abgearbeitet werden. Ein erster Schritt dazu ist der Bau des neuen Hochbehälters in Margetshausen. Der Spatenstich dafür soll am Freitag, 24. März, erfolgen. In Betrieb gehen soll der Hochbehälter im April 2018. Dann sollen die bisherigen sanierungsbedürftigen drei Hochbehälter der Gemeinde Gessertshausen nach und nach abgeschaltet werden.

Eine Untersuchung der Stadtwerke Augsburg der kompletten Wasserversorgung hinsichtlich Gewinnung, Speicherung und Verteilung in der Gemeinde habe ergeben, dass alle drei Hochbehälter in den Ortsteilen Deubach, Margetshausen und Döpshofen veraltet sind und somit Handlungsbedarf bestehe. Eigentlich ist es für eine Gemeinde ungewöhnlich, gleich über drei Hochbehälter zu verfügen, dies ist aber der Gebietsreform geschuldet. Alle drei Ortsteile brachten einen Hochbehälter mit in die "Ehe". Jetzt wurde aber ein neuer großer Hochbehälter geplant, der künftig alle 4500 Bürger der Gemeinde Gessertshausen versorgt. Nach langem Überlegen hatte man sich für den Neubau, der 2,2 Millionen Euro kosten wird, entschieden, da dieser hinsichtlich einer Lebensdauer eines Hochbehälters von 50 Jahren plus anfallender Betriebskosten wie Reinigung, Personal und Unterhaltskosten die wirtschaftlichste Lösung darstellte. (Jutta Kaiser-Wiatrek )
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