Zu wenig Platz für Bücher in Gessertshausen

Hier, zwischen Kindergarten und Schule, soll der Neubau entstehen, der zu klein ist, um auch eine Bibliothek zu beherbergen. Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek

Ursprünglich hatte die Gemeinde Gessertshausen zwischen Kindergarten und Schule den Bau eines Bürgerhauses geplant. Es sollten die Lebensqualität der Bürger aller Generationen ein Stück verbessern, die Räume mit maximaler Synergie genutzt werden für Kindergarten, Vereine und verschiedene Gruppen. Das Konzept stand unter dem Stichwort "Mehrgenerationenhaus", in dem in einer Bürgermensa nicht nur die Kinder der Kindertagesstätte sondern auch Senioren und Mitarbeiter der Gemeinde gemeinsam ihr Mittagessen einnehmen können sollten. Auch eine Bibliothek war angedacht. Doch der Name Bürgerhaus stimmt inzwischen nicht mehr, da überwiegende Flächen der Kinderbetreuung Gessertshausen zugeordnet wurden.

Man spricht also von dem Anbau zwischen Kindergarten und Schulturnhalle besser von einer Kindergartenerweiterung, denn wegen ständig steigender Nachfragen nach Betreuungsplätzen sollen hier jetzt die benötigten Erweiterungen für Kindergarten und Krippe untergebracht werden. Die Nutzfläche für die Kinderbetreuung beträgt somit 80 Prozent der Gesamtfläche und die anfangs im Erdgeschoss eingeplante Bibliothek musste weichen. Im Dachgeschoss wird es nun zwei Räume mit 70 und 90 Quadratmetern für gemeinschaftliche Nutzungen geben. Bedenkt man, dass hier verschiedene Gruppen und Organisationen Platz finden sollen, ist das kaum noch machbar, selbst wenn diese die Räume im Synergieeffekt nutzen.

Einrichtung einer Bibliothek wäre teuer

Auch Bürgermeister Jürgen Mögele meldete Raumbedarf für ein gemeinsames Projekt mit der Marktgemeinde Diedorf und der Volkshochschule an und erklärte zudem, dass er hinsichtlich des massiven Platzproblems im Rathaus einen der neuen Räume als idealen Sitzungs- und Trauungsraum sähe. Für die gewünschte Bibliothek ist da kein Platz mehr. Deshalb sind Forderungen aufgekommen, die Einrichtung einer Bibliothek nicht weiter zu verfolgen, sie wäre auch sehr teuer. Allein die Einrichtungskosten würden sich auf 200 000 Euro belaufen, dazu kämen jährlich laufende Kosten in Höhe von 10 000 Euro. Zu rechnen sei pro Bürger mit zwei Medien mit einem Preis von je sechs Euro. Pro 1000 Medien seien laut Information der Bayerischen Staatsbibliothek 20 Quadratmeter Platz vorzuhalten. Also ein Raum mit 180 Quadratmetern in Gessertshausen bei 4500 Bürgern.

Gemeinde verfügt bereits über ausreichend Bücher und Büchereien

Mögele führte an, dass es in den umliegenden Ortsteilen und Gemeinden ausreichend Büchereien gäbe, die auch von den Gessertshauser Bürgern genutzt werden können. Allgemein wäre die Gemeinde mit Büchern und anderen Medien gut versorgt, verwies er auf die gute Ausstattung mit Büchern für Kinder von null bis sechs Jahren im Kindergarten sowie 2000 Kinderbücher in der Schulbibliothek, die von Schülermüttern betreut wird. Ebenfalls über eine gute Ausstattung verfügt laut dem Bürgermeister auch die Bücherei Margertshausen, des Weiteren würden auch die Bücherregale in der Raiffeisenbank bestens angenommen. Mögele sprach sich deshalb gegen die Verwirklichung der Bibliothek aus.

Auch Anton Mayer (CSU) war der Meinung, man solle aus Platz und Kostengründen verzichten. Gemeinderätin Karin Kowalke (Bündnis 90/Grüne) wollte dagegen vor einer Entscheidung weitere Informationen einholen. Der Zweite Bürgermeister Werner Pux (Grüne) schlug vor, die Bibliothek mit eingeschränktem Raumvolumen weiter zu verfolgen.
Mit sieben zu sechs Stimmen votierten die Gemeinderäte gegen eine Bibliothek. (Jutta Kaiser-Wiatrek)
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