Fahndung nach Achtjährigem: Kindesentführung entpuppt sich als großes Missverständnis

Weil eine Schulkameradin ihn zu einem grauhaarigen Fremden ins Auto hatte steigen sehen, wurde in Untermeitingen die Fahndung nach einem Achtjährigen ausgerufen. Am Ende entpuppt sich alles ein großes Missverständnis. Die Polizei kritisiert das Verhalten einiger "besorgter Bürger" in den sozialen Netzwerken.

In helle Aufregung versetzt war am Dienstag die Gemeinde Untermeitingen, nachdem gegen 16.10 Uhr die Mutter eines achtjährigen Jungen ihren Sohn bei der Polizei als vermisst gemeldet hatte. Um 13 Uhr hätte er mit dem Schulbus nach Hause fahren sollen. Eine gleichaltrige Schülerin hatte jedoch gesehen, wie der Schulbub „von einem grauhaarigen Opa“ abgeholt worden war.

Die unmittelbar nach dem Anruf eingesetzten Kräfte der Polizei begannen sofort mit den Ermittlungen. Auf intensives Nachfragen konnte sich die Mutter, aber auch der Vater nicht vorstellen, wer den Jungen abgeholt haben könnte, sodass nun eine umfangreiche Nachsuche und Fahndung ausgelöst werden musste.

Erst gegen 20 Uhr löste sich die ganze Sache auf, als die „grauhaarige Oma“ anrief und nachfragte, wann denn der Enkel abgeholt werden würde. In der ganzen Aufregung wurde von der Mutter völlig vergessen, dass Dienstagnachmittag „Oma-Tag“ ist. Offensichtlich hatte es hier einen Absprachefehler gegeben. So konnten die glücklichen Eltern den Jungen wieder in Empfang nehmen.

"In diesem Zusammenhang wurden wieder einmal die Sozialen Netzwerke überstrapaziert. Es ist verständlich, dass bei einem derartigen Einsatz viele besorgte Bürger mithelfen wollen. Es dient allerdings nicht der Sache, wenn Facebook & Co missbraucht werden, um eskalierende Gerüchte zu verbreiten, weil zu viele Nebenschauplätze den polizeilichen Erfolg regelmäßig in Frage stellen", schreibt die Polizei abschließend in ihrer Pressemitteilung.
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