Voller Einsatz für die Natur

Werner Friese, Gerhard Wurm, Erwin Czech, Edith Zöttl, Wolfgang Zöttl, Gerhard Wolf, Peter Schindler, Josef Schilling, Georg Wagner, Werner Burkhard (Landschaftspflegeverband) und Sabine Ferber (Untere Naturschutzbehörde) (von links). Foto: Marianne Frey Foto: oh
Klosterlechfeld: Naturschutzgebiet |

Die Naturschutzwächter im Landkreis Augsburg engagieren sich ehrenamtlich für einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur.

Klosterlechfeld. "Der Naturschutz beginnt vor der eigenen Haustür", so begann der Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes, Werner Burkhardt", seine einleitenden Worte, als er die zehn ehrenamtlichen Naturschutzwächter des Landkreises Augsburg bei der sogenannten "Alten Schachtel", einem Naturschutzgebiet bei Klosterlechfeld, begrüßte. Die vielfältige Flora und die unterschiedlichsten Tiere finden hier ihren Lebensraum. Die blaue Kugelblume aus dem Alpenraum findet sich hier genauso wider, wie der bekanntere Salbei. Seit 1995 hat der Landschaftspflegeverband hier die Pflege übernommen. Die Lechheiden mit der Alten Schachtel sind ein artenreiches Biotop mit einer der noch größten intakten Heidelandschaften Süddeutschlands. Die zwei Hektar große Fläche wird zeitversetzt im Jahr mit dem Balkenmäher gemäht, in Hanglage kommt die Sense zum Einsatz.

Nicht nur in diesem Gebiet kommen die Naturschutzwächter ihrem Auftrag, die Bürger im Landkreis zu informieren und zu beraten, nach. Sie sind der Unteren Naturschutzbehörde zugeordnet. Dabei geht es um eine Sensibilisierung für den Naturschutz genau so wie für die Artenschutz- und Landschaftspflegemaßnahmen für bestimmte Schutzgebiete und Biotope. Erteilt die Naturschutzbehörde beispielsweise Naturschutzauflagen für Landwirte, dann sorgen sie für die Kontrolle vor Ort. Ebenso kommen sie mit den Menschen ins Gespräch, wenn es Beeinträchtigungen von diesen gibt: achtlos weggeworfener Müll im Wald oder freilaufende Hunde, die für Ärger sorgen.

Gerhard Wurm ist seit zwölf Jahren überzeugter Naturschutzwächter in Schwabmünchen, Langerringen, Hiltenfingen und Schwabegg. 20 Stunden im Monat ist er für die Belange des Naturschutzes unterwegs. "Mit dem Fahrrad drehe ich meine Runden, meist am Wochenende zwischen vier und fünf Stunden", so Wurm. Dabei kontrolliert er bestimmte Dinge: Die alten Eichen, die sogenannte Naturdenkmäler sind sowie 13 Linden am Alpenzeiger, allesamt in Schwabmünchen. "Ich bin auch in Westerringen bei den Fischweihern unterwegs, auch hier ist Naturschutzgebiet."

Bei ihm gebe es selten Probleme, "die Leute sind sehr zugänglich, es gibt hier eine gute Zusammenarbeit", berichtete er. Eine weitere Aufgabe von ihm ist das Kontrollieren von Ausgleichsflächen. Macht ein Landwirt einen Erweiterungsbau, so muss dieser für Ausgleichsflächen sorgen oder den Bau eingrünen. "Die Pflanzmaßnahmen kontrollieren wir", so Gerhard Wurm. Fast ebenso lang ist das Ehepaar Edith und Wolfgang Zöttl aus Altenmünster aktiv für den Erhalt, die Pflege und die Kontrolle der anvertrauten Naturschutzaufgaben. "Bei jungen Leuten gewähren wir schon mal Aufschub, wenn diese finanziell zu belastet sind". Zudem ist Wolfgang Zöttl mit seinen 68 Jahren der dienstälteste Biberberater in Bayern. Dabei geht er in die Schulklassen und berichtet über die Biber, bietet aber auch Exkursionen zu einzelnen Biberrevieren an. In Altenmünster bietet er immer wieder Ausflüge in die Natur an und erklärt Zusammenhänge für Jung und Alt anschaulich vor Ort. Auch sie pflegen den Dialog: "Wir gehen auf die Leute zu", erklärte Wolfgang Zöttl.

Gefriertruhe


Kein Verständnis hingegen haben sie dafür, dass sie einmal eine komplett eingeräumte Gefriertruhe mit altem Fleisch hinter einem Erdwall gefunden haben. Damit der Müll in der freien Landschaft nicht mehr wird, nicht nur dafür sorgen engagierte Naturschutzwächter, wie das Ehepaar Zöttl.
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