Zwiespältiges Ergebnis der Kaufkraftanalyse

Dieter Popp (Mitte) übergibt die Ergebnisse der Kaufkraftanalyse für Gunzenhausen bei der Mitgliederversammlung des Stadtmarketingvereins an den Vorsitzenden des Stadtmarketingvereins Patrick Bosch und Bürgermeister Karl-Heinz Fitz. Foto: Klaus Heger


Im Rahmen der Mitgliederversammlung des Stadtmarketingvereins Gunzenhausen stellte Dieter Popp, von der FUTOUR Regionalberatung aus Haundorf, die Ergebnisse der in Gunzenhausen durchgeführten Kaufkraftanalyse vor. Die genauen Ergebnisse der, von der Stadt Gunzenhausen und dem Marketingverein in Auftrag gegebenen, Kaufkraftuntersuchung, überreichte er in zwei gebundenen Bänden Bürgermeister Karl-Heinz Fitz und dem Vorsitzenden des Marketingvereins Patrick Bosch. Nur durch die Kenntnis des sich verändernden Kaufverhaltens und der damit einhergehenden Kaufkraftflüsse ermöglicht es dem Einzelhandel darauf zu reagieren und neue Marketing- und Vertriebsstrategien zu entwickeln, stellte Dieter Popp zur Einleitung der Präsentation fest.

Ein großer Teil der befragten Kunden finden das Ambiente, die Sicherheit und die Sauberkeit in Gunzenhausen sehr gut. Damit werden die Lebensqualität und der "Wohlfühl-Parameter" in Gunzenhausen sehr positiv gesehen. Auch die Einkaufsmöglichkeiten werden von 81 Prozent als herausragend gut angesehen.

Die Einschätzung der Familienfreundlichkeit der Stadt mit 61 Prozent lässt sicher nur wenige Wünsche offen. Dagegen fällt die wahrgenommene Wertschätzung der Bedürfnisse älterer Menschen mit 46 Prozent weniger gut und die wahrgenommene Jugendfreundlichkeit mit 26 Prozent schlecht aus.

Wohnort mit hoher Lebensqualität

Zusammenfassend stellt sich Gunzenhausen in der Untersuchung als ein attraktiver und beliebter Wohnort mit einer hohen Lebensqualität dar. Die Gunzenhäuser sind überwiegend mit ihrer Heimatstadt zufrieden, obwohl sich nicht unbedingt alle dazu auch öffentlich bekennen.

Attraktivität für Junge muss ausgebaut werden

Die als unzureichend empfundene Jugendfreundlichkeit steht jedoch in einem erheblichen Widerspruch zu der überwiegend positiven Grundeinstellung der Generation bis 30 Jahre. Es ist daher eine besondere Herausforderung, aber auch eine große Chance für die Stadt, wenn ein aktiver und intensiver Dialog mit dieser zukunftsorientierten und mit dem Standort beachtlich verwurzelten Jugend gesucht wird, stellte Dieter Popp fest. Dies sollte künftig in der Kommunikation stärker im Focus stehen. Diese Aussage basiert auf der Erkenntnis, dass sich die Kaufkraft in Gunzenhausen überwiegend noch nicht in die umliegenden Zentren verlagert hat. Gunzenhausen ist nicht nur Wohnort, sondern auch als Lebensmittelpunkt mit breiten Kultur- und Freizeitangeboten gut für die Zukunft gerüstet.

Onlinehandel als Gefahr für den Einzelhandel

Trotz der Kaufkraftbindung von über 80 % beim täglichen Einkauf an Gunzenhausen macht die Untersuchung aber auch deutlich, dass es einen Kaufkraftabfluss in bestimmten Bereichen zu eindeutig erkennbaren Standorten gibt. Hier hilft nur eine eindeutige Analyse der Hintergründe dieser Entwicklung, um möglichst schnell und umfassend entgegensteuern zu können.

Starker Wettbewerb

Die Attraktivität umliegender Zentren wird in der Zukunft massiv zunehmen, befürchtet Dieter Popp. Die Angebote des Onlinehandels werden weitere, nicht nur jüngere, Zielgruppen dazu verleiten, Kaufkraft aus Gunzenhausen abzuziehen. Man kann nach Aussage des Referenten gegen diese Entwicklung nur aktiv vorgehen, wenn daraus Konsequenzen gezogen und eine Strategie gemeinsam aufgestellt und dann auch kooperativ umgesetzt wird.

Popp fordert: Einkaufen muss zum Erlebnis werden

Zum Abschluss schlug Dieter Popp der Stadt und den Einzelhändlern vor, dass Gunzenhausen auch weiterhin sein Profil als Einkaufsstadt behalten und dies um mehr Erlebnischarakter beim Einkaufen ergänzen sollte. (Klaus Heger )
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