Alkoholkonsum wird leider oft verharmlost


Das Gläschen Wein oder das Feierabendbier gehört für viele Menschen zum abendlichen Ritual. Manchmal bleibt es leider nicht beim mäßigen Verzehr. So macht es durchaus Sinn, gelegentlich über den eigenen Konsum nachzudenken. Denn nicht nur die "Sucht" steht als Folge im Raum, auch Erkrankungen wie Organschädigungen bis hin zum Krebs.

Trinken ist eben nicht COOL

"... man ist ein anderer Mensch", "...die Kindheit kaputt gemacht" und "... macht einsam" - Aussagen, welche die Ohnmacht und auch Verzweiflung ausdrücken, welche mit der Krankheit einhergehen. Es ist nicht immer der "alkoholkranke" Vater und das Trinken wird als Erbsache abgetan. Oder der Job, durch welchen man "hineinschlittert", weil das Bierchen hier eben ganz normal ist. Vor allem junge Leute finden es leider oft cool, wie viel einer verträgt oder amüsieren sich, wenn einer durch die Gegend schwankt. Aber sollte eine Aussage wie "...der ist meistens auf Feiern betrunken..." nicht eher nachdenklich stimmen?

Unfallzahlen unter Alkoholeinfluss steigen!

Jedes Jahr sterben Hunderte Menschen durch Unfälle unter Alkoholbeteiligung. Allein in unserem Landkreis wurden 2016 26 Verkehrsunfälle durch Alkoholeinfluss verursacht - der Höchststand der vergangenen fünf Jahre. Besonders bitter: Dabei wurden elf Personen verletzt. Nachdem aber auch 114 Fahrer trunken aus dem Verkehr gezogen wurden, hätte die Zahl auch noch deutlich höher ausfallen können.

AWO Therapiezentrum & Museum Schloss Cronheim

In der soziotherapeutischen Einrichtung für chronisch alkoholkranke Menschen leben aktuell 60 Personen, 40 in offenen, 20 in beschützenden Plätzen, zehn weitere in betreutem Wohnen in unmittelbarer Nähe. Das Ziel der Einrichtung ist es, langjährig suchtkranken Menschen einen Weg aus der Abhängigkeit und eine Rückkehr in die Gesellschaft zu ermöglichen. Es wird versucht, die Menschen individuell da abzuholen, wo sie sich gerade befinden - dabei weder zu unter-, aber auch nicht zu überfordern und mit Erfolgserlebnissen - beispielsweise in der Töpferei, Korbflechterei oder der Malerei - das Selbstwertgefühl zu stärken. Um langfristig auch ohne Alkohol wieder selbstbestimmt und selbstständig leben zu können. Herr Soller (im Bild) konnte seine Bilder sogar schon in einer eigenen Ausstellung in der Raiffeisenbank Gunzenhausen der Öffentlichkeit präsentieren.
Sehenswert:
Zum Therapiezentrum gehört auch ein Museum, in welchem unter anderem verschiedene Miniaturen ausgestellt sind, welche in der Schreinerei (auch im Auftrag der Stadt) entstanden sind und von den Originalen nur durch die Größe zu unterscheiden sind! (jf)
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.