Fit für´s Leben – Persönlichkeitstrainings für Junglandwirte

(Foto: EBZ Hesselberg)
 
(Foto: EBZ Hesselberg)

14 junge Landwirte der Landwirtschaftsschule Fürstenfeldbruck waren zu Gast im AWO Therapiezentrum & Museum Schloss Cronheim.

An den 27 Landwirtschaftsschulen in Bayern bereiten sich Junglandwirte auf ihre Meisterprüfung vor. Sie erfahren dort eine gute Ausbildung, die neben fachlichem Wissen auch soziale und persönliche Kompetenzen fördert. Die 10 Bildungszentren im ländlichen Raum in Bayern, darunter auch das Evang. Bildungszentrum Hesselberg, unterstützen dieses Anliegen, indem sie sogenannte „Persönlichkeitstrainings“ durchführen. Der „Hesselberg“ ist für die Landwirtschaftsschulen Wertingen und Fürstenfeldbruck zuständig. In den Seminaren geht es um religiöse Fragen auf der Suche nach dem Lebenssinn, um die Gestaltung des eigenen Lebensentwurfs, um Partnerschaft und Sexualität, aber auch um gesellschaftliche Fragestellungen von Umweltschutz bis Agrarpolitik. Um den Praxisbezug zu optimieren, wird der Unterricht mit Exkursionen verknüpft. Neben dem Kennenlernen moderner landwirtschaftlicher Betriebe in der Region Hesselberg geht es auch darum, den Blick über den Tellerrand zu werfen. Landgemeinden werden besucht und Dorfpfarrer berichten über die Situation der Kirche im ländlichen Raum. Besonders interessant sind die Besuche in sozialen Einrichtungen, um die Realität einer professionell ausgeübten Nächstenliebe "dem sozialen Element in unserer Gesellschaft" zu verdeutlichen.

Dafür fahren die Junglandwirte für einen Nachmittag in das AWO Therapiezentrum & Museum Schloss Cronheim bei Gunzenhausen. Wie der Name bereits vermuten lässt befindet sich neben der soziotherapeutischen Langzeiteinrichtung für chronisch alkoholkranke Menschen ein kleines Museum im Schloss. Das Museum mit dem Namen "Mikrokosmos Cronheim, ein Dorf - drei Religionen" zeigt neben der unbeständigen Schlossgeschichte das lange Zeit (problematische) Zusammenleben "dreier Religionen/Konfessionen", Katholiken, Protestanten und Juden.

Der Besuch in der Einrichtung verbindet somit zwei wesentliche Elemente: Die Junglandwirte lernen ein beispielhaftes Stück mittelfränkische Geschichte mit ihren Höhen und Tiefen als auch die soziale Arbeit mit suchtkranken Menschen samt deren Möglichkeiten und Grenzen kennen.

Die Führung beginnt mit dem geschichtlichen Part im Museum. Anschließend erhalten die Besucher die Gelegenheit einen Blick in die therapeutischen Werkstätten zu werfen. Nach dem Rundgang erhalten sie vom Fachpersonal der Einrichtung einen kurzen Vortag über die Abhängigkeitserkrankung und der damit einhergehenden Folgen. Zudem wird die Arbeit in der Einrichtung vorgestellt. Abgerundet wird der Besuch durch einen persönlichen Austausch mit Bewohnern der Einrichtung bei Kaffee und Kuchen.

Eine wichtige Rolle bei dem Besuch der Junglandwirte spielt die Suchtprävention. Gerade der Alkohol ist den jungen Landwirten durchaus aus ihrer Freizeitgestaltung mit Freunden oder dem dörflichen/familiären Umfeld vertraut. Wer die Gefahren und Auswirkungen von Alkohol kennt und vielleicht auch selbst gesehen hat, wird achtsamer mit sich selbst und dem Konsum der Volksdroge umgehen. Daher begrüßt das AWO Therapiezentrum Schloss Cronheim die regelmäßigen Besuche der Junglandwirte.

Insgesamt wird den Junglandwirten so ein abwechslungsreiches und vielschichtiges Programm geboten. In den Seminarrückmeldungen äußern sich die jungen Leute sehr positiv darüber, wie das Persönlichkeitstraining am Hesselberg ihren Horizont erweitert und zugleich die Klassengemeinschaft gestärkt hat. (pm)
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