Projekt „Lecker, bunt, kulturhistorisch wertvoll - Die Vielfalt der Obstsorten in Markt Berolzheim“ wieder ausgezeichnet

Ansbach - Der Regierung von Mittelfranken wurde für das Projekt zur Umsetzung der Bayerischen Biodiversitätsstrategie „Lecker, bunt, kulturhistorisch wertvoll - Die Vielfalt der Obstsorten in Markt Berolzheim“ nach der Erstauszeichnung 2015 erneut der Titel „Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“ verliehen.

Diese Auszeichnung würdigt den Einsatz der Regierung vom Mittelfranken für den Erhalt der Biologischen Vielfalt. Mit diesem Projekt wird ein Zeichen für das Engagement für die biologische Vielfalt in Deutschland gesetzt. Das Projekt wurde von der Regierung von Mittelfranken konzipiert und setzt auf unterschiedlichen Ebenen an, damit die Vielfalt der Obstsorten in Markt Berolzheim, deren Wirkung im Ökosystem und in der Kulturlandschaft aber auch die Arten- und Lebensraumvielfalt erhalten bleibt. Es ist Teil der Bayerischen Biodiversitätsstrategie und wird von der Regierung von Mittelfranken gemeinsam mit der Marktgemeinde Markt Berolzheim, dem Landschaftspflegeverband Mittelfranken, der Unteren Naturschutzbehörde und den Bürgern vor Ort umgesetzt. Mit zahlreichen Maßnahmen, wie Baumschnitt, Sortenerhalt und Nachpflanzung soll die genetische Vielfalt der Obstsorten sowie die Vielfalt der Arten und Lebensräume erhalten werden. Dies gelingt beispielhaft durch das Zusammenwirken aller Projektpartner und durch die starke Identifikation der Bevölkerung vor Ort mit dem Projekt.

Beim Stichwort „Alte Obstsorten“ werden bei vielen Menschen Kindheitserinnerungen und Vorstellungen von vergangener Landidylle wach. Weniger bekannt ist, dass die Sortenvielfalt der Kulturpflanzen ein gefährdetes kulturelles Erbe darstellt. Streuobstwiesen waren und sind ein prägender Bestandteil unserer Kulturlandschaft. In Markt Berolzheim hat sich diese Vielfalt hervorragend erhalten. Im Gemeindegebiet wurden allein 90 Apfelsorten nachgewiesen, vom Adersleber Kalvill bis zur Zabergäurenette, dazu 40 Birnen- und ein Dutzend weitere Obstsorten. Diese seltenen Sorten stellen ein reichhaltiges genetisches Reservoir dar, das auch die Möglichkeit zur Anpassung an künftige Entwicklungen bereithält, zum Beispiel an den Klimawandel. Eine eigens konzipierte Internetseite (www.lebensraum-buchleite.de) lädt zu einem virtuellen Rundgang durch das Gebiet ein und stellt alle Obstsorten sowie charakteristische Tier- und Pflanzenarten in Wort und Bild vor.

Die Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt findet im Rahmen der Aktivitäten zur UN-Dekade Biologische Vielfalt statt, die von den Vereinten Nationen für den Zeitraum von 2011 bis 2020 ausgerufen wurde. Ziel der internationalen Dekade ist es, den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten. Dazu strebt die deutsche UN-Dekade eine Förderung des gesellschaftlichen Bewusstseins in Deutschland an. Der Begriff „biologische Vielfalt“ bezeichnet das gesamte Spektrum des Lebens auf der Erde. Damit sind die Vielzahl aller Tiere, Pflanzen, Mikroorganismen und Pilze sowie die genetische Vielfalt innerhalb dieser Arten gemeint. Aber auch ihre verschiedenen Lebensräume und die komplexen ökologischen Wechselwirkungen sind Teil der biologischen Vielfalt. Seit Jahrzehnten ist ein Rückgang dieser Vielfalt zu beobachten. Damit schwindet auch für uns Menschen die wertvolle Lebensgrundlage. Das Anliegen der UN-Dekade Biologische Vielfalt ist es daher, mehr Menschen für die Natur zu begeistern und für die Erhaltung der biologischen Vielfalt zu motivieren. Die Auszeichnung nachahmenswerter Projekte kann dazu beitragen und die Menschen zum Mitmachen bewegen.

Die beispielhafte Umsetzung von Artenhilfsmaßnahmen, die Aktivitäten zum Sortenerhalt, der Ausbau von Kooperationen aber auch die Weiterentwicklung des Projektes u.a. durch ein umweltpädagogisches Programm für Schulen und Kindergärten wurde von der UN-Dekade Fachjury mit der Wiederauszeichnung unseres Projektes „Lecker, bunt und wertvoll - Die Vielfalt der Obstsorten in Markt Berolzheim“ als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt gewürdigt.

Quelle und Artikelbild: Regierung von Mittelfranken - Pressestelle
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