Zwei betrunkene Radler stoßen frontal zusammen: Horgauer Vatertagsrausch endet vor Gericht

(Foto: tom_u 123rf.de)


Wer betrunken mit dem Fahrrad fährt, kann deshalb vor den Richter kommen, so geschehen den Männern S. und P., die sich bei Horgauergreut auf dem Fahrradweg am Vatertag, 5. Mai, gegen 22 Uhr auf ihren Rädern entgegen kamen.

Wie genau der Unfallhergang war, ob frontal zusammengefahren, wie Staatsanwalt Christian Peikert vor dem Amtsgericht Augsburg in der Anklageschrift behauptet und verlesen ließ, oder nur seitlich touchiert, konnte nicht festgestellt werden. Der 21-jährige Radler S. sitzt nun wegen des Vorwurfs der "fahrlässigen Gefährdung des Straßenverkehrs" vor Gericht. Der Unfallgegner, der 46-jährige Radler P., war nur noch als Zeuge geladen, denn er hatte nach eigener Aussage und auf Anraten seines Anwalts am Vortag des Gerichtstermins den Strafbefehl wegen Gefährdung des Straßenverkehrs mit 40 Tagessätzen Bußgeld angenommen und seinen Einspruch dagegen zurückgezogen. Beide Radler hatten nach dem Unfall einen Blutalkohol um die 1,6 Promille, einen Wert, den Staatsanwalt Peikert mit "haarscharf an der Grenze zur absoluten Fahruntüchtigkeit" kommentierte.

Der Angeklagte Radler S. behauptete, beide hätten kein Licht am Fahrrad an gehabt, es sei dunkel gewesen, auch keine Straßenbeleuchtung - er habe deshalb nichts gesehen. Beim Unfall erlitt er Schürfwunden an beiden Knien.

Radler P. erzählte, er wisse nichts über den Unfallhergang, er sei auf dem Radweg gerade aus gefahren, mit Licht und habe niemanden frontal entgegenkommen sehen und könne sich, auch auf nochmalige, gezielte Nachfragen durch Richterin Manuela Müller, nicht mehr genau an den Unfallhergang erinnern. Richterin Müller konnte sich die Frage nicht verkneiffen, ob er hier Geschichten erzähle - Radler P. bestritt das. Er erlitt beim Unfall eine Wunde am Hinterkopf, war kurzzeitig bewusstlos und wurde nach dem Unfall von einem Notarzt versorgt. Jetzt habe er Halswirbelprobleme, die aber erst abgeklärt werden müssen, ob sie mit dem Unfall in Zusammenhang stehen.

Richterin, Staatsanwalt und Verteidiger Felix Hägele einigten sich auf die Herabsetzung der im Strafbefehl gegen Radler S. angesetzten 40 Tagessätze im Gesamtwert von 1600 Euro auf 800 Euro Bußgeld, die Radler S. nun an die Drogenhilfe Schwaben zu zahlen habe. (Stefan Gruber )
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