Premiere in der Paartalhalle

Fleißig geprobt wird derzeit für das Ballettmärchen "Die verzauberten Bücher". Foto: Stöbich
Kissing: Kissing | Allmählich steigt das Lampenfieber bei den jungen Elevinnen des Meringer "Tanzpunkt"-Studios: Sie werden in der Kissinger Paartalhalle am ersten Juli-Wochenende das Stück "Die verzauberten Bücher" aufführen. Die Idee dazu stammt von Anna Mayr und ihrer Mutter Emma Reitmair, die gemeinsam das Tanzzentrum führen. Die aufgeregten Darsteller im Zaum zu halten, ist nicht einfach vor zwei großen Vorstellungen, die mit Pause jeweils zweieinhalb Stunden dauern werden.
Das Ballettmärchen wird in Kissing am Samstag, 2. Juli, um 18 Uhr gezeigt und tags darauf um 16 Uhr wiederholt. Die Aufführungen geben Einblick in die Arbeit der Talentschmiede, die seit mehr als zehn Jahren fester Bestandteil der Meringer Kulturlandschaft ist. Einen großen Verlust für Reitmair und das Studio bedeutete der Tod ihres Mannes Günter vor einem Dreivierteljahr: Er hatte sich um Bürokratie und Organisation gekümmert und so den Künstlern den Rücken frei gehalten. "Die verzauberten Bücher sind auch eine Hommage an ihn", sagt Reitmair. Sie stammt aus einer weitverzweigten Künstlerfamilie in der Tschechei, ihre Mutter war Sängerin und Schauspielerin.
Tochter Anna hat das Talent geerbt und sich im Alter von 15 Jahren entschieden, Profitänzerin zu werden. Auf diesem Weg sind Ausdauer und Disziplin unerläßlich, aber auch als reines Hobby bedeutet Ballett harte Arbeit. Regen Zulauf bescheren dem "Tanzpunkt" große Fernsehshows wie "Let's dance", die Millionen von Zuschauern verfolgen. "Doch auf eine professionelle Karriere kommt es keineswegs an", sagt Emma Reitmair, die in vier Jahrzehnten drei Generationen das Tanzen beigebracht hat, "denn in erster Linie soll dieses Hobby Spaß machen!" Quasi als Nebeneffekt wachsen motorische Fähigkeiten, Kraft und Selbstbewusstsein.
Das Märchen besteht aus vier Geschichten, die jeweils eine Lehrerin nach eigenem Konzept gestaltet: Anna Mayr, Giulia Rossi, Kerstin Dienstbach und Serena Pettinari wollen mit ihren Choreografien in eine magische Welt und auf das Nimmermeer entführen. Die verbindende Rahmenhandlung spielt in einer geheimnisvollen Bücherei, in der die Geschichten zu tanzen beginnen. Dabei begegnet den Zuschauern eine Reihe bekannter Figuren wie Tinkerbell, Kapitän Hook und viele andere.
"Insgesamt werden rund 160 Darsteller mitwirken", kündigt Anna Mayr an. Die Kleinsten ab vier Jahren stellen Pusteblumen und Schmetterlinge dar, die Erwachsenen führen das Publikum durch die Welt des Balletts und zeigen unter anderem Szenen aus Coppelia, Dornröschen, Schwanensee sowie zeitgenössische Tänze. Karten für die beiden Aufführungen gibt es im Vorverkauf bei Schreibwaren-Hummel in Mering oder im "Tanzpunkt" in der Zettlerstraße 36.
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