Dramatische Szenen in Königsbrunn: 17-jährige Nichtschwimmerin fällt in Weiher und schwebt in Lebensgefahr

Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte versuchten Polizisten, die 17-Jährige zu reanimieren. Das Mädchen wurde schließlich mit dem Hubschrauber ins Klinikum gebracht und schwebt weiter in Lebensgefahr. (Foto: ©Wolfgang Zwanzger-123rf.de)

Eine 17-Jährige ist am Sonntagabend in Königsbrunn in einen Weiher gefallen. Helfer konnten die Nichtschwimmerin aus dem Wasser ziehen. Das Mädchen schwebt in Lebensgefahr. Gaffer behinderten die Bergung.

Die 17-jährige Syrerin hielt sich zusammen mit sieben Landsleuten am Weiher westlich des Königsbrunner Gymnasiums im Bereich der Unteren Kreuzstraße auf. Sie ging das schmale Ufer an der Wasserkante entlang, rutschte plötzlich auf dem schlammigen Boden ins Wasser ab und konnte sich dann nicht mehr aus eigener Kraft an das Ufer retten.

Ein männlicher Jugendlicher aus der Gruppe - allesamt Nichtschwimmer - sprang ins Wasser und versuchte die 17-Jährige wieder nach oben zu ziehen. Dabei wurde er jedoch selbst mit nach unten gezogen. Sofort sprang ein weiterer Jugendlicher ins Wasser, packte den anderen Jugendlichen und zog ihn ans Ufer.


26-jähriger Student rettet das Mädchen aus dem Weiher

Ein Junge, der sich am See aufhielt, wurde mit seinem Fahrrad losgeschickt, um Hilfe zu holen. Er fand ein junges Pärchen (23 und 26), das auf dem Fußweg am Skaterpark unterwegs war. Beide rannten anschließend sofort zu dem Weiher, der 26-jährige Student sprang ins Wasser und zog die Syrerin, welche bereits leblos unter Wasser trieb, nach oben und brachte sie an das Ufer.

Zwischenzeitlich wurde auch die Polizei von dem Vorfall in Kenntnis gesetzt, die einige Minuten später an der Unglückstelle eintraf und Reanimationsmaßnahmen bis zum Eintreffen der Rettungskräfte (BRK, Wasserwacht und Feuerwehr) durchführte.

Zugleich wurde auch ein Rettungshubschrauber angefordert, der das Mädchen anschließend ins Klinikum flog. Die 17-Jährige befindet sich nach wie vor in einem lebensbedrohlichen Zustand, schreibt die Polizei.

Erhebliche Probleme für Retter: Feuerwehr schneidet mit Kettensägen Hubschrauberlandeplatz frei

"Die Lage des vor allem bei Jugendlichen und Flüchtlingen beliebten Weihers stellte die Rettungskräfte vor erhebliche Probleme", heißt es im Bericht. Einen Zugang für Rettungskräfte und deren Ausrüstung gibt es dort nicht, was zur Folge hatte, dass zunächst kein weiteres Rettungsgerät an die Unglücksstelle herangeführt werden konnte.

Der Rettungshubschrauber konnte auch nicht direkt vor Ort, sondern musste abgesetzt am Schlittenhügel landen. Der Zugang durch das extrem unwegsame Gelände von der Unglücksstelle zum Hubschrauber musste erst noch auf Teilstrecken minutenlang durch die Feuerwehr mittels Kettensägen ermöglicht werden.

Polizei beklagt Gaffer, die den Einsatz behinderten

"Ein weiteres Problem waren (wieder einmal) unsagbar neugierige Mitmenschen", klagt die Polizei. "Es waren zwei Streifen und etliche Feuerwehr- und Wasserwachtleute nötig, um den Rettungsweg von Gaffern zu befreien. Handys wurden an allen Ecken und Enden gezückt und der Rettungseinsatz festgehalten. Jede weitere Kommentierung erübrigt sich", so die Polizei.

Die Kripo Augsburg habe zuständigkeitshalber die Ermittlungen zu dem tragischen Unfallgeschehen übernommen. Für den lückenlosen zeitlichen Ablauf der Rettungskette wäre auch die Aussage des kleinen Jungen, der mit dem Fahrrad losgeschickt wurde, interessant. Der Bub war offenbar mit einem FC Bayern-Trikot bekleidet. Wer den Jungen kennt oder dessen Eltern soll sich unter 0821/323 3810 melden.
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