Ärger mit der Baustelle zwischen Mering und Königsbrunn

Trotz der Bauarbeiten dürfen Autofahrer den Radweg zum Lokal benutzen. Foto: Stöbich
Königsbrunn : Königsbrunn | Straßensperrung / Schwieriges Nebeneinander von Autofahrern und Radlern
Peter Stöbich
Königsbrunn. Einen weiten Umweg muss Sarah Schmid aus Königsbrunn in Kauf nehmen, wenn sie bei schlechtem Wetter zu ihrem Arbeitsplatz kommen will. Wegen der Sanierung der gesperrten Staatsstraße 2380 über den Lech kann sie das Ausflugslokal Friedenau nur über Klosterlechfeld und Prittriching von Mering her anfahren. Mit dem Auto ist das zwar auf dem Radweg erlaubt, "aber das sind hin und zurück rund 80 Kilometer". Eine Dreiviertelstunde muss die Bedienung jeden Tag einplanen, denn auch bei schönem Wetter will sie abends nicht im Dunkeln allein durch den Wald nach Königsbrunn fahren.
Ihr Chef, Gasthauspächter Ulf Merle, weist auf andere Probleme aufgrund der Strassensperrung hin: "Es gibt militante Radler, von denen die Autofahrer auf dem Weg zu uns angepöbelt werden! Ich muss mich dann bei unseren Gästen entschuldigen, weil die ganze Verkehrssituation derzeit so schwierig ist." Fragt man zum Beispiel die Bauarbeiter auf der S 2380 nach der Friedenau, bekommt man zur Antwort: "Deutsch minimal, nix weiss."
Etwas mehr gegenseitige Rücksicht unter den Verkehrsteilnehmern sei angebracht, meinen Merle und seine Partnerin Cornelia Wörsching. Für die Pächter ist die 1,8 Millionen teure Sanierung während der Sommerferien besonders ärgerlich, "weil wir gerade dann unser Geld für den Winter verdienen".
An einem sonnigen Augusttag müsste der Laden eigentlich brummen, aber nur zwei Autos stehen vor dem Lokal. "Und ältere oder behinderte Leute können halt nicht mit dem Fahrrad kommen", sagte Merle. Feiern für den Sommer seien bereits abgesagt worden, weil die Teilnehmer keine weiten Umwege in Kauf nehmen wollen. Wie hoch die Umsatzeinbussen sein werden, lässt sich nach zwei Wochen noch nicht abschätzen, "aber ein deutliches Minus gegenüber einer normalen Saison zeichnet sich jetzt schon ab."
Voraussichtlich noch bis zum Ende der Ferien wird auf der Strecke gebaut, die sonst täglich mehr als 18.000 Fahrzeuge benutzen. Für die Arbeiter gibt es viel zu tun: Die zu fräsende Fläche umfasst 40.000 Quadratmeter, es wird eine Asphaltmenge von 15.000 Tonnen verbaut. Wegen des schlechten Fahrbahnzustands muss die Deckschicht dringend erneuert werden; ergänzend soll durch den Einbau einer zusätzlichen Asphaltschicht der Oberbau verstärkt und damit die Standfestigkeit der Strecke nachhaltig verbessert werden.
Außerdem werden Bankettsteine neu gesetzt, um die Verkehrssicherheit zu verbessern. Die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Mering und Königsbrunn war in den Jahren 1977/78 errichtet und 20 Jahre später als Staatsstraße klassifiziert worden.
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